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Lehman Brothers - neue Hoffnung für Geschädigte, Geld zurückzubekommen

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Kaum ein anders Unternehmen hat im Zuge der Finanzkrise für so viele Schlagzeilen gesorgt wie die „Pleite-Bank“ der Lehman Brothers aus den Vereinigten Staaten. „Die Entwicklung in der Rechtsprechung zeigt aber immer wieder auf, dass geprellte Anleger, die durch den Kauf von Aktien oder Genussrechten der Lehman Brothers Geld verloren haben, keinesfalls schutzlos gestellt sind“, teilt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller aus Wiesbaden mit. „Es lohnt sich, immer zu prüfen, ob der Rückgewinn der verlorenen Einlagen durch einen Gerichtsprozess möglich ist“, so Cäsar-Preller weiter.

Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs gibt den geschädigten Anlegern nun neue Hoffnung. Die Karlsruher Richter haben entschieden, dass eine beratende Bank ihren Kunden beim Erwerb vom Inhaberschuldverschreibungen mit „100 %-igem Kapitalschutz“ oder bedingtem Kapitalschutz – bezogen auf das Erreichen, Überschreiten oder Unterschreiten bestimmter Schwellenwerte oder Barrierepuffer – ungefragt darüber aufklären muss, dass ein Sonderkündigungsrecht der Emittentin besteht, bei dessen Ausübung Kapitalverlust droht. Der BGH hat herausgestellt, dass dies für die Anlageentscheidung ein für den Kunden ganz wesentlicher Punkt ist. Hat die beratende Bank ihn hierüber nicht aufgeklärt, begründet dies eine Pflicht zum Schadenersatz.

Im zu entscheidenden Fall hatte die Lehman Brothers Bank bzw. eine niederländische Tochterfirma derselben als Emittentin der Zertifikate mit einem 100 %-igem Kapitalschutz zum Laufzeitende geworben. Im Emissionsprospekt war zwar unter dem Punkt „Zusammenfassung der Risikofaktoren“ erläutert, dass die Emittentin grundsätzlich das Recht hat, die Schuldverschreibungen bei unvorhergesehen Verschlechterungen der Wirtschaftslage zu kündigen, wodurch es zu nachhaltigen Kursrückgängen oder sogar zum Totalverlust des investierten Geldes kommen könnte. Nachdem der betroffene Anleger in diesem Verfahren das Prospekt aber nicht erhalten hatte, hätte auf diesen Punkt von der beratenden Bank auf jeden Fall ausdrücklich hingewiesen werden müssen. Dass sie dies unterlassen hat, sah der BGH nunmehr als Beratungsfehler an.

Die Entscheidung zeigt, dass die Erlangung von Schadenersatz für verlorenes Geld für die geschädigten Anleger von Lehman-Brothers-Zertifikaten durchaus möglich ist. Es dürfte für jeden Anleger geboten sein, seine Ansprüche von einem fachkundigen Rechtsanwalt prüfen zu lassen.


Rechtstipp vom 13.02.2015

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Alle Rechtstipps von Rechtsanwältin Jessica Gaber (Rechtsanwaltskanzlei Cäsar-Preller)

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