Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Liebhaberei bei Vermietung von Ferienwohnungen

Rechtstipp vom 22.09.2017
(13)
Rechtstipp vom 22.09.2017
(13)

Immer wieder versuchen Finanzämter, Verluste aus der Vermietung von Ferienwohnungen mit Hinweis auf eine fehlende Überschusserzielungsabsicht als Liebhaberei zu qualifizieren. Von den Steuerpflichtigen wird regelmäßig die Erstellung einer sogenannten Totalüberschussprognose gefordert. Dabei handelt es sich um eine glaubhafte Darlegung, dass innerhalb der gesamten Vermietungstätigkeit ein Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten erwartet werden kann. Grundsätzlich wird für diese Berechnung von einem dreißigjährigen Prognosezeitraum ausgegangen. Fällt die Prognose negativ aus, werden die Verluste steuerlich nicht anerkannt.

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist aber bei einer auf Dauer angelegten Vermietung grundsätzlich von einer Überschusserzielungsabsicht auszugehen. Dies gilt auch für die Vermietung von Ferienwohnungen, wenn diese ausschließlich an wechselnde Feriengäste vermietet und in den Leerstandszeiten hierfür bereitgehalten werden. Besonderer Darlegungen oder Prognosen bedarf es daher auch bei anhaltenden Verlusten in diesen Fällen nicht. Das wird von den Finanzämtern häufig übersehen.

Allerdings ist bei Ferienwohnungen die Ausschließlichkeit der Vermietung glaubhaft zu machen. Dies kann unter anderem durch den Nachweis erfolgen, dass die Vermietung zumindest dem Durchschnitt der Vermietungen in der am Ferienort üblichen Saison entspricht. Auch die Übertragung der Wohnung an einen Verwalter unter Ausschluss der Eigennutzung genügt zur Glaubhaftmachung einer ausschließlichen Vermietung.

Das Erfordernis einer Totalüberschussprognose sollte auf jeden Fall sorgfältig geprüft werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn auf Dauer nicht mit einem Überschuss zu rechnen ist.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Steuerrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.