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Liebhaberei und das Finanzamt

Rechtstipp vom 06.11.2018
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Rechtstipp vom 06.11.2018
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Durch die Möglichkeit, die eigene Ferienimmobilie oder Wohnung schnell und unkompliziert über verschiedene Internetplattformen zu vermieten, stehen viele Steuerpflichtige plötzlich vor dem Problem, dass das Finanzamt die Vermietung als Liebhaberei einstuft. Folglich werden die Verluste aus der Vermietung dem Einkommen nicht mehr einkommensmindernd angerechnet.

Liebhaberei – was ist das eigentlich?

Unter Liebhaberei versteht man eine bestimmte Tätigkeit eines Steuerpflichtigen, die ohne die Absicht einer Gewinnerzielung ausgeübt wird. Die Tätigkeit zielt also primär nicht auf die Erzielung von positiven Einkünften ab, sondern wird aufgrund persönlicher Interessen oder aus persönlichen Gründen betrieben.

Die Voraussetzungen der Liebhaberei

Neben der Voraussetzung, dass keine subjektive Gewinnerzielungsabsicht des Betreibers gegeben ist, darf auch keine objektive Chance auf die Erzielung von Gewinnen bestehen. Laut Bundesfinanzhof ist das der Fall, wenn der Betrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt wird oder, nach seiner Wesensart langfristig gesehen, keinen Gewinn erzielen kann.

Sind trotz der Anlaufverluste des Betriebes nach Gründung auch weiterhin noch starke Verluste festzustellen, liegt ein starkes Indiz für die fehlende Gewinnerzielungsabsicht vor.

In der Regel wird Liebhaberei angenommen, wenn es sich um ein Hobby des Betreibenden handelt und der Lebensunterhalt mit anderen Einkünften finanziert wird oder der Betrieb auch nach jahrelangen Verlusten dennoch immer weiter betrieben wird.

Die Problematik der Liebhaberei

Die Problematik der Liebhaberei liegt darin, dass das Finanzamt sie bereits als solche anerkennt, auch wenn nur wenige Voraussetzungen erfüllt sind. In der Praxis werden dann auch solche Tätigkeiten als Liebhaberei eingestuft, die sonst nur schwer unter diesen Begriff zu fassen sind.

Das können zum Beispiel Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeiten sein, bei denen keine Absicht zur Gewinnerzielung festgestellt werden kann, da über längere Zeit deutliche Verluste zu verzeichnen sind. In solchen Fällen kann das Finanzamt ebenfalls eine Liebhaberei annehmen. So kann bei einem Oldtimer-Autohändler, einer Kunstgalerie, ja selbst bei einem erfolglosen Rechtsanwalt, Liebhaberei angenommen werden.

Das Vermieten von Immobilien 

Insbesondere bei der Vermietung von Immobilien besteht die Gefahr, dass das Finanzamt diese als Liebhaberei einstuft. Wird eine Immobilie aber komplett zur Fremdnutzung vermietet, wurde vom Bundesfinanzhof anerkannt, dass in jedem Fall eine Gewinnerzielungsabsicht anzunehmen ist, vgl. BFH, Urteil vom 6. November 2001, Az: IX R97/00.

Möchten Sie Ihre Ferienimmobilie zeitweise vermieten? Oder sehen Sie sich vielleicht anderweitig mit der Annahme der Liebhaberei konfrontiert? Dann sollten Sie sich von der Anwaltskanzlei Lenné zur besten Handhabung beraten lassen. Dabei ist das erste Beratungsgespräch für Sie kostenlos.


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