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Lloyd Fonds Schiffsportfolio I: Schadenersatz bei fehlender Aufklärung über Totalverlustrisiko

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Anleger, die im Rahmen ihrer Beratung vor Zeichnung des Lloyd Schiffsfonds Schiffsportfolio 1 nicht über das Risiko des Totalverlusts aufgeklärt wurden, haben einen Anspruch auf Ersatz des ihnen entstandenen Schadens. Der Schaden entspricht dabei dem Anlagebetrag zuzüglich Agio abzüglich der erhaltenen Ausschüttungen. Dies hat das LG Würzburg am 24.06.2016 im Verfahren gegen die Deutsche Bank entschieden (LG Würzburg, 71 O 1076/15).

Wird ein Kunde, der eine sichere Altersvorsorge wünscht, im Beratungsgespräch nicht auf das Totalverlustrisiko hingewiesen, kann entscheidend sein, ob dem Kunden Informationsmaterial ausgehändigt wird, das dann über das Risiko des Totalverlusts aufgeklärt. Dies gilt aber nur dann, wenn zwischen Aushändigung des Emissionsprospekts und Zeichnung der Anlage genügend Zeit zum Lesen des Emissionsprospekts lag. Das bloße Übergeben einer schriftlichen Kurzinformation, die keinerlei Angaben über das Totalverlustrisiko enthält, genügt den Anforderungen an diese Aufklärungspflicht nicht.

Der Aufklärungspflicht über das Totalverlustrisiko steht nicht entgegen, dass im Zeitpunkt der Zeichnung der Kapitalanlage das Risiko eines Ausfalls wegen der damaligen guten Marktentwicklung vom Berater als nicht realistisch eingestuft wurde. Aus heutiger Sicht hätte die Beteiligung am Lloyd Schiffsfonds Schiffsportfolio 1 als sehr riskant eingeordnet werden müssen. Doch auch zum damaligen Zeitpunkt hätte die Deutsche Bank den Anleger über das Risiko eines Totalverlusts aufklären müssen.

Mit der fehlenden Aufklärung hat die Deutsche Bank ihre Beratungspflicht verletzt. Diese Pflichtverletzung begründet einen Schadensersatzanspruch gegen das Kreditinstitut.


Rechtstipp vom 21.07.2016
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Zivilrecht

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