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Lohnklage erheben!

Rechtstipp vom 23.10.2014
(15)
Rechtstipp vom 23.10.2014
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Jeder Arbeitnehmer muss die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag gegenüber seinem Arbeitgeber erfüllen - dies gilt allerdings auch anders herum! Eine der wichtigsten Vertragspflichten des Arbeitgebers ist die Zahlung des vereinbarten, monatlichen Lohns. Allerdings kann es aufgrund einer Vielzahl von Gründen dazu kommen, dass der Arbeitgeber den Lohn nicht überweist, sodass ein Lohnrückstand vorliegt. Gründe für den Lohnrückstand können folgende sein:

  • Überweisung vergessen
  • Insolvenz des Arbeitgebers
  • Zurückhaltung des Lohns als Druckmittel/Schikane
  • finanzielle Schwierigkeiten des Arbeitgebers

Bei dem Arbeitsgericht kann eine Lohnklage eingereicht werden!

Es steht jedem Arbeitnehmer frei, sich gegen diese Vertragspflichtverletzung zur Wehr zu setzen. Hierbei steht die Lohnklage als rechtlicher Weg offen - diese ist vor dem zuständigen Arbeitsgericht zu erheben. Auf diesem Rechtsweg kann erreicht werden, dass der Lohnrückstand wieder ausgeglichen wird.

Abmahnung an den Arbeitgeber?

Bevor jedoch der Weg vor die Gerichtsbarkeit beschritten wird, sollte überlegt werden, ob nicht eventuell eine arbeitsrechtliche Abmahnung erfolgsversprechend sein könnte. Grundsätzlich ist es jeder Vertragspartei eines Arbeitsverhältnisses möglich, die andere Seite abzumahnen, wenn eine Pflichtverletzung begangen worden ist. Dieses rechtliche Mittel soll auch grundsätzlich zuerst gewählt werden, um der anderen Seite die Chance zu geben, die Angelegenheit außergerichtlich zu klären. Insofern kann es Sinn machen, eine Abmahnung an den Arbeitgeber zu verschicken - diese ist aber entbehrlich, wenn klar ist, dass die Abmahnung zu nichts führen wird (z. B. Insolvenz des Arbeitgebers oder bei eindeutiger, ernster Äußerung des Arbeitgebers, keinesfalls den geschuldeten Lohn entrichten zu wollen).

Anwalt für Arbeitsrecht einschalten oder selbst eine Lohnklage einreichen?

Jeder Arbeitnehmer kann grundsätzlich selbst vor dem Arbeitsgericht eine Lohnklage erheben. Allerdings sollte bedacht werden, dass die Arbeitgeber juristisch meistens vorgebildet sind und sich daher besser auskennen als der durchschnittliche Arbeitnehmer. Hier besteht die Gefahr, durch kluge rechtliche Vorgehensweise des Arbeitgebers übervorteilt zu werden. Es empfiehlt sich daher, einen Anwalt für Arbeitsrecht mit der arbeitsrechtlichen Streitigkeit zu beauftragen - dieser stellt sicher, dass der Lohnrückstand ausgeglichen wird. Auf Wunsch kann auch erst der außergerichtliche Schritt einer arbeitsrechtlichen Abmahnung versucht werden. Eine Abmahnung vom Rechtsanwalt kann dem Arbeitgeber psychisch sehr unter Druck setzen und so vielleicht zum einsichtigen Handeln bewegen.

Lohnrückstand - was tun?

Wer also einen Lohnrückstand feststellt, kann Folgendes unternehmen:

  • Anwalt für Arbeitsrecht kontaktieren
  • Arbeitgeber abmahnen lassen
  • notfalls Lohnklage durch den Anwalt einreichen und durchführen lassen

Jedenfalls sollte bedacht werden, dass Ansprüche der regelmäßigen Verjährungsfrist unterliegen. Zu langes Warten kann dazu führen, dass der eigene Anspruch verjährt und daher nicht mehr durchsetzbar ist. Auch sollte ein unkommentierter Lohnrückstand den Arbeitnehmer hellhörig werden lassen - wird der Arbeitgeber eventuell bald Insolvenz anmelden? Es sollte daher schnell reagiert werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Thomas Feil (Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH)

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