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Lombard Classic 2: LG Hamburg verurteilt erneut NFS Netfonds Financial Service GmbH

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Bezeichnung als Festgeldersatz ist irreführend

Berlin, 30.11.2019

Mit einem Urteil vom 28.11.2019 hat das Hamburger Landgericht erneut die Vertriebsgesellschaft NFS Netfonds Financial Service GmbH zu Schadenersatz wegen einer Falschberatung im Zusammenhang mit dem Graumarktangebot Lombard Classic 2 (LC 2) verurteilt. In der durchgeführten Beweisaufnahme ergab sich, dass der Mitarbeiter der NFS Netfonds die stille Beteiligung trotz Totalverlustrisikos als festgeldähnlich sicher dargestellt hatte. Dies verharmlose die Risiken aber unzulässig, so die hanseatischen Landrichter. Der Berliner Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke hat das Urteil für einen Mandanten erstritten und erläutert:

„Wer ein Kapitalanlagenangebot mit Hilfe eines Emissionsprospektes vertreibt, hat -auch wenn der Prospekt alle Risiken veranschaulichen sollte – keinen Freibrief dafür, die Risiken zu verharmlosen nach dem Motto: das steht da zwar drin, ist aber so wie mit dem Beipackzettel bei einem Medikament, die Risiken sind völlig fernliegend. Das ist fehlerhaft, denn Risiken dürfen nicht verwässert werden. Das ist in unserem Fall aber gerade geschehen, der Vermittler hielt das Produkt auch heute noch für ein sehr wenig riskantes Modell.“

Eine Beratung nach Schema F – F wie Falschberatung

So oder so ähnlich sind nach Röhlke Erfahrung viele Beratungen abgelaufen. Weder auf das Totalverlustrisiko noch auf das jetzt eingetroffene Risiko der möglichen Rückforderung von Gewinnen oder gar der Einlagenrückzahlung nach erfolgter Anfechtung durch den Insolvenzverwalter Scheffler wurden die Anleger hingewiesen. Dieser fordert die Auszahlungen jetzt komplett zurück, was viele Anleger kalt erwischt. Möglichkeiten zur Schadensminderung sieht der Anwalt nur in der Vermittlerhaftung.

Wenig Alternativen für Anleger

„Die Verantwortlichen der Lombardium haben nach allem, was wir wissen, ein Schneeballsystem oder Ponzi-Schema betrieben und niemals tatsächliche Gewinne gemacht. Die Auszahlung an die Anleger entbehrten daher jeder vertraglichen Grundlage und werden voraussichtlich zu Recht angefochten. Die Anleger können nur versuchen, sich im Wege des Schadenersatzes ihren Verlust zurück zu holen. Da die Verantwortlichen und Hintermänner fast durchweg in Insolvenz oder hinter insolventen Firmen versteckt sind, bleibt eigentlich nur der Weg des Vorgehens gegen den Vermittler. Für unsere Mandanten führen wir diese Prozesse sehr erfolgreich“, teilt Röhlke mit. Der Anwalt weist auch darauf hin, dass auch gegen die insolvente Fondsgesellschaft Erste Oderfelder GmbH & Co KG Schadenersatzansprüche bestehen und nur solche angemeldeten Ansprüche voraussichtlich vom Insolvenzverwalter in der Schlussverteilung bedacht werden.

Anleger müssen handeln

Für viele Anleger droht Ende 2019 zudem die Verjährung der Ansprüche, da die Lombardium-Gruppe Anfang 2016 allen Anlegern Informationen über die Auseinandersetzung mit der Finanzaufsicht BaFin erteilt hat. Die Verjährung tritt drei Jahre nach Kenntnis der schadensersatzbegründenden Umstände ein, immer zum Jahresende. Dies könnte in vielen Fällen bereits Ende 2019 sein.

Röhlke empfiehlt daher allen betroffenen Anlegern, mithilfe eines erfahrenen Anwalts ihre Ansprüche im Rahmen der Insolvenzanmeldung zu überprüfen und ein Vorgehen gegen Schadensersatzverantwortliche abzuwägen.


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