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Lottogewinn! – Zugewinn?

Rechtstipp vom 27.04.2016
Rechtstipp vom 27.04.2016

Onkel Erich, der Lottogewinner

Diesmal erschien nicht Herr Gottfried, sondern sein Onkel Erich. Onkel Erich hatte Pech und Glück zugleich gehabt.

Pech war, dass er seit über 40 Jahren mit Tante Gerda verheiratet war und davon die letzten 12 Jahre getrennt lebte. Er liebte die Witwe Monika Schreiber und Tante Gerda liebte preiswerte Kreuzfahrten mit ihrer Freundin.

Glück war, dass Onkel Erich weit mehr als 250.000 € im Lotto gewonnen hatte.

Allerdings hatte Tante Gerda nun die Scheidung eingereicht und verlangte Zugewinnausgleich, wobei sie den Lottogewinn in voller Höhe in die Vermögensaufstellung einstellte.

Onkel Erich meinte, dass das nicht gerecht wäre, weil sie zum einen 12 Jahre getrennt lebten. Zum anderen sei ein Lottogewinn kein Ergebnis von Arbeitsleistung. Erbschaft und Schenkung seien ja auch mit der Substanz aus dem Zugewinn heraus genommen und würden lediglich mit der Wertsteigerung berücksichtigt.

Ich musste ihn enttäuschen.

Zutreffend ist zwar, dass nach dem Gesetz im Zugewinn Schenkungen und Erbschaften bevorzugt sind.

Erst kürzlich jedoch wurde höchstrichterlich entscheiden, dass das insoweitige Gesetz nicht auf anderweitigen Vermögenserwerb ohne Arbeitsleistung übertragbar ist.

Also ist ein Lottogewinn (wie übrigens beispielsweise eine Schmerzensgeldzahlung) im Zugewinn voll zu berücksichtigen.

Hieran ändert auch die lange Dauer der Trennung nichts.

Nach der schmerzhaften Zugewinnauseinandersetzung konnte sich Onkel Erich mit Frau Schreiber in Heerdt eine kleine Eigentumswohnung kaufen.

Tante Gerda bucht ab sofort nur noch Außenkabine.


aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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