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Macht eine Klage gegen die Schufa Sinn?

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Unsere Kanzlei erreicht eine Vielzahl von Kontaktanfragen bezüglich negativer Schufa-Einträge, Rechtsberatung und Rechtsmöglichkeiten im Hinblick auf die Schufa und genereller Schufa-Probleme. 

Einige der Betroffenen von Schufa-Problemen möchten sogar notfalls eine Klage gegen die Schufa oder den Gläubiger einleiten, der für den Eintrag verantwortlich ist. Ob es Sinn macht, die Schufa zu verklagen, kann pauschal nicht beantwortet werden. 

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen einer Klage gegen die Schufa oder gegen den Gläubiger, der einen etwaigen negativen Eintrag verursacht hat. 

Darüber hinaus ist uns häufig die Frage gestellt worden, ob man die Schufa hinsichtlich des Scores verklagen kann – der Bundesgerichtshof hat zum Scorewert und der Offenlegung ebendieses bereits eine Entscheidung getroffen.

Die Schufa wegen des Scores verklagen?

Eine Klage gegen den jeweils berechneten Score bei der Schufa ist grundsätzlich möglich, die Frage ist nur: Wie sinnvoll ist eine solche Klage? 

Der Score, den die Schufa aus ihren Datensätzen und insbesondere ihren Vergleichen mit anderen Bundesbürgern für den Einzelnen errechnet, ist „geheim“, d. h., bis dato weiß niemand außerhalb der Schufa, wie die Berechnung genau funktioniert. 

Dies stellt jede Klage gegen die Schufa in dieser Hinsicht vor ein Problem. Wie soll die Beweisführung gelingen, wenn nicht einmal seitens des Klägers aufgezeigt werden kann, wie der Score berechnet wird und welcher Umstand genau zu einer Scoreverschlechterung geführt hat? 

Die Schufa wegen des Scores verklagen scheitert also unserer Ansicht nach an der Tatsache, dass die Scoreberechnung derzeit undurchsichtig ist und von der Schufa nicht offengelegt wird.

Der Bundesgerichtshof hatte sich in der jungen Vergangenheit bereits mit einer Klage gegen die Schufa zu befassen. Letztendlich stellte der BGH dabei u. a. fest, dass die Schufa nicht verpflichtet ist, ihre Scoreberechnungsmethoden offen zu legen, d. h., Betroffene keinen Anspruch auf Kenntnis der genauen Berechnungsformel haben. 

Damit sind die Möglichkeiten, eine erfolgreiche Klage wegen des Scores bei der Schufa durchzuführen, sehr stark verringert worden.

Kann man die Schufa wegen eines negativen Eintrags verklagen?

Eine Klage ist gegen die Schufa ist jedoch denkbar, wenn es um einen konkreten, negativen Eintrag geht. 

Dieser Eintrag hat sich an die Meldevoraussetzungen des deutschen Datenschutzrechts, das u. a. einen eigenen Paragraphen für Datenübermittlungen an Auskunfteien aufweist, zu halten.

Eine Klage kann also dann Sinn machen, wenn datenschutzwidrigerweise eine negative Eintragung vorgenommen worden ist oder in sonstiger Weise seitens der Schufa das Datenschutzrecht nicht ausreichend geachtet wird. 

Die Schufa hat allerdings ein großes Eigeninteresse daran, nur „richtige“ Daten zu speichern und keinesfalls das Datenschutzrecht zu missachten – daher kann bereits im außergerichtlichen Wege mit der Schufa einiges geklärt werden, um nicht gleich den Weg einer Klage beschreiten zu müssen.

Denkbarer Klage-Fall gegen Schufa

Ein denkbarer Klagefall wäre es beispielsweise, wenn über einen Betroffenen ein negativer Eintrag bei der Schufa vorhanden ist, obwohl die Meldevoraussetzungen (bspw. 2-fache Mahnung) nicht gegeben sind.

Der Gläubiger, der den Eintrag verantwortet, wird gegenüber der Schufa üblicherweise behaupten, die Meldevoraussetzungen lägen vor. 

Der Betroffene widerspricht dieser Aussage dann, aber die Schufa steht „zwischen den Stühlen“ und lässt den Eintrag zunächst drin. 

Dann kann, falls die Meldevoraussetzungen tatsächlich nicht vorlagen und vorliegen, Klage erhoben werden.

Warum nicht den Gläubiger, der den Eintrag verantwortet, verklagen?

Obiges Beispiel lässt sogar die Möglichkeit zu, den Gläubiger, der für den negativen Eintrag letztlich verantwortlich ist, zu verklagen. 

Eine solche Klage kann sich beispielsweise auf Schadensersatz richten, denn für Betroffene, die einen solchen gerichtlichen Weg gehen müssen, um letztlich Datenschutzrechtsverstöße nicht hinzunehmen, entstehen Anwalts- und gegebenenfalls Prozesskosten.

Unsere Hilfestellung

Unsere Kanzlei hilft Mandanten bundesweit dabei, etwaige Probleme mit der Schufa bestmöglich zu lösen. Dabei empfehlen wir zunächst keine Klage und auch nicht, mit dem Verklagen zu drohen. 

Es zeigt sich in unserer Beratungspraxis, dass bereits der außergerichtliche Weg, also die anwaltliche Korrespondenz mit der Schufa in einigen Fällen die Probleme beseitigen kann. Auch die Gläubiger schreiben wir im Sinne unserer Mandanten an und bemühen uns, die Probleme zu lösen. 

Als letzte Möglichkeit kann eine Klage immer noch erwogen werden, ist jedoch davon abhängig zu machen, wie die Erfolgsaussichten und das Prozesskostenrisiko einzuschätzen sind.

Sie können uns Ihre Schufa-Probleme unverbindlich schildern, wir teilen Ihnen mit, ob und inwieweit wir Ihnen behilflich sein könnten.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet IT-Recht

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