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Makler erzählt das Blaue vom Himmel – Provisionsanspruch verwirkt!

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Gibt ein Makler seinem Kunden pflichtwidrig falsche Informationen über den Kaufgegenstand, so kann das nicht nur einen Schadensersatzanspruch gegen den Makler nach sich ziehen. Vielmehr kann in diesem Fall auch der Anspruch auf Provision verwirkt sein. Dies hat jetzt das Oberlandesgericht Koblenz entschieden (Az: 2 U 1482/18). 

In dem vom OLG Koblenz entschiedenen Fall ging es um den Provisionsanspruch für die Vermittlung einer Eigentumswohnung. Der Kaufinteressent legte Wert darauf, dass er in der Eigentümerversammlung nicht überstimmt werden kann und erkundigte sich daher beim Makler nach der Zahl der Miteigentümer und dem Abstimmungsmodus. Der Makler hatte daraufhin – ohne weitere Erkundigungen anzustellen – behauptet, dass die Abstimmung nach Kopfteilen erfolge und es auch nur einen weiteren Eigentümer gebe. Tatsächlich gab es jedoch zwei weitere Miteigentümer und die Abstimmung erfolgte nach Miteigentumsanteilen. Dies ergab sich aus der Teilungserklärung, welche dem Sohn des Maklers – mit dem dieser zusammenarbeitete – vorgelegen hatte. 

Nach Ansicht des OLG Koblenz hat sich der Makler in diesem Fall grob fehlerhaft verhalten, da er zum einen die Abläufe in seinem Büro nicht ausreichend organisiert hatte, sodass ein ordnungsgemäßer Informationsaustausch zwischen ihm und seinem Sohn sichergestellt war. Zum anderen hätte er aber auch nicht einfach ins Blaue hinein irgendwelche Angaben gegenüber dem Käufer machen dürfen, ohne sich vorab entsprechend zu informieren. Ein Anspruch auf Provision wurde ihm daher versagt. 


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