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Mal wieder: Abmahnung wegen unerlaubter Nutzung fremder Bilder im Internet

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Das Thema Abmahnung wegen unerlaubter Nutzung von fremden Bildern ist ein (teures) Dauerthema. Wer fremde Bilder auf der eigenen Homepage, dem eigenen Blog oder im Onlineshop verwendet, ohne hierzu berechtigt zu sein, riskiert eine kostenpflichtige Abmahnung. Das gilt auch bei der Verwendung von fremden (Hersteller-) Marken und dergleichen. Was muss aber grundlegend beachtet werden, um nicht in die Kostenfalle „Abmahnung“ zu tappen?

Hintergrund

Jeder Betreiber einer Webseite oder eines Onlineshops hat zumindest schon einmal mit dem Gedanken gespielt, schnell mal noch ein Bild im Internet herauszusuchen um dieses dann auf der eigenen Webseite oder dem eigenen Onlineshop einzustellen. Das kann allerdings schnell nach hinten losgehen, wenn man hierbei gegen Urheber- oder Markenrechte verstößt. Denn was man an Kosten für die Bildnutzung (= Lizenz) spart, zahlt man hinterher für den Fall einer Abmahnung doppelt und dreifach. Folgende Mythen halten sich zum Thema fremde Bildnutzung im Internet aber nach wie vor:

1. Änderungen am Bild heben den Urheberschutz auf

Ein (teurer) Mythos ist, dass bereits einfache Änderungen an der Farbe o.Ä. den Urheberschutz des eigentlichen Fotografen/Urhebers aufheben. Der ursprüngliche Schutz ist nur dann aufgehoben, wenn das Bild derart geändert wird, dass das Original nicht mehr erkennbar ist (sog. „freie Benutzung“). Wann das der Fall ist, hängt vom Einzelfall ab. In jedem Fall sollte man aber Vorsichtig sein und nicht zu voreilig eine freie Benutzung annehmen. Hier sind die Gerichte äußerst streng.

2. Mit einer Lizenz bin ich vollumfänglich abgesichert

In dieser Allgemeinheit kann diese Aussage nicht bejaht werden. Eine Lizenz einzuholen, ist schon einmal ein guter Anfang. Hierbei muss man aber darauf achten, für welche Bereiche (Online und/oder Offline) diese gilt, für welche Dauer und ob gewisse Zwecke ausgenommen sind.

Achtung: Lizenzen, die ein Hersteller ggf. hat, gelten nicht automatisch auch für dessen Vertragspartner (= Vertragshändler, Händler, Verkäufer etc.).

3. Zeitungsartikel können unproblematisch weiterverbreitet werden

Auch dieser Mythos kann teuer werden. Egal ob kopiert oder gescannt oder direkt aus der Online-Fassung genommen: Zeitungsartikel sind ebenfalls urheberrechtlich geschützt und das sogar mehrfach, wenn man Text und Foto gesondert betrachtet. Auch hier müssen die erforderlichen Lizenzen eingeholt werden.

4. Alle Bilder im Internet sind kostenfrei nutzbar

Das ist unzutreffend. Nur weil ein Bild im Internet veröffentlicht wird, ist dieses nicht rechtefrei. Auch wenn man Bilder aus Stock-Archiven wie pixelio oder dergleichen nutzt, sind diese zwar kostenfrei, aber an bestimmte Bedingungen geknüpft, die man zwingend einhalten sollte, will man keine Abmahnung riskieren.

5. Lizenzen können von Vertragspartnern oder Kollegen mitgenutzt werden

Auch wenn sich andere Vertragspartner oder Kollegen Lizenzen für bestimmte Bilder einholen oder man selbst solche erwirbt, kann und darf man diese ohne gesonderte Vereinbarung nicht weitergeben bzw. teilen. Nur wenn vorab mit dem Urheber entsprechendes abgestimmt wurde, kann auch eine Lizenz für mehrere Lizenznehmer greifen und man kann sich die Kosten ggf. teilen. Dann ist aber immer noch Punkt 3 zu beachten und insbesondere Zeit und Umfang sind einzuhalten

Fazit

Die Bildnutzung ist Fluch und Segen zugleich. Bilder sprechen Kunden wesentlich effektiver an. Nutzt man hierzu keine eigenen Bilder, ist zwingend die Lizenz vom berechtigten Urheber einzuholen. Die bloße Zusage vom Hersteller und/oder Kollegen reicht in der Regel nicht aus, um selbst fremde Bilder berechtigt nutzen zu dürfen.

Zudem sind lediglich marginale Änderungen nicht geeignet, den Urheberschutz aufzuheben. Verstöße sind (sehr) teuer, da im Bereich von Urheberrechtsverletzungen und Verstößen gegen fremde Marken die Streitwerte oft erhebliche Summen betragen.

Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Anna Rehfeldt, LL.M

Rechtsanwältin


Rechtstipp vom 17.08.2017

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            Rechtsanwältin Anna Rehfeldt , LL.M. Rechtsanwältin Anna Rehfeldt , LL.M.

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