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Manipulationsverdacht beim Mercedes GLK 220 CDI – SUV mit Motor des Typs OM 651

Rechtstipp vom 16.04.2019
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Rechtstipp vom 16.04.2019
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Im Dieselskandal stellt Daimler immer wieder klar, dass keine Abgaswerte illegal manipuliert wurden. Doch immer wieder tauchen zumindest neue Verdachtsmomente gegen den Autobauer auf. Neu im Blickpunkt steht jetzt der Mercedes GLK 220 CDI mit der Abgasnorm Euro 5, in dem der Dieselmotor des Typs OM 651 verbaut ist. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein formelles Anhörungsverfahren gegen Daimler eingeleitet, weil der Verdacht besteht, dass bei dem SUV eine illegale Abschalteinrichtung verwendet wird. Betroffen sind rund 60.000 Fahrzeuge der Baujahre 2012 bis 2015.

Bisher ist der Mercedes GLK 220 CDI im Zusammenhang mit Abgasmanipulationen nicht in Erscheinung getreten. Konnte er auch nicht, denn die Software mit deren Hilfe die Abgaswerte manipuliert worden sein sollen, war so noch nicht bekannt. Wie die „Bild am Sonntag“ am 14. April berichtete, handelt es sich bei der beanstandeten Funktion offenbar um eine spezielle Temperaturregelung. Diese sog. Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung soll den Kühlmittelkreislauf offenbar kälter halten und so dafür sorgen, dass sich das Motoröl langsamer erwärmt. So sollen die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß eingehalten werden. Der Haken: Dieses System ist nur im Prüfzyklus aktiviert. Im normalen Straßenverkehr ist die Funktion abgeschaltet und der Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß wird deutlich überschritten.

Prüfern des Kraftfahrt-Bundeamtes soll diese Funktion beim Mercedes-Dieselmotor des Typs OM 651 im Herbst 2018 aufgefallen sein. Nach weiteren Prüfungen beim Mercedes GLK 220 CDI hat sich offenbar der Verdacht erhärtet, dass es sich bei dieser Funktion um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt. Daimler hat angekündigt, vollumfänglich mit dem KBA zu kooperieren und eine Stellungnahme noch im April angekündigt. Widersprochen hat Daimler der Darstellung, dass die Kühlmitteltemperaturregelung bei einem laufenden Software-Update unbemerkt entfernt werde. Diese Updates gehörten zu einem schon angekündigten Maßnahmenpaket für ca. drei Millionen Fahrzeuge. Diese Maßnahmen seien mit den Behörden abgesprochen. Die Behauptung, dass Daimler mit der freiwilligen Service-Maßnahme etwas verbergen wolle, sei falsch, so ein Konzernsprecher.

„Kann Daimler den Verdacht, dass eine illegale Abschalteinrichtung verwendet wurde, nicht entkräften, droht dem Konzern ein weiterer verpflichtender Rückruf durch das KBA. Diesmal wären aber nicht Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6, sondern Euro 5-Diesel betroffen. Zudem geht es um Fahrzeuge mit dem Motor OM 651, der bei einer ganzen Reihe von Modellen verwendet wurde. Ob die strittige Funktion nur beim GLK 220 CDI oder auch bei anderen Modellen mit dem Motor OM 651 eingesetzt wurde, ist gegenwärtig nur Spekulation“, sagt Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung, Kooperationsanwalt der IG Dieselskandal.

Von unzulässigen Abschalteinrichtungen betroffene Mercedes-Kunden können ihre Ansprüche auf Schadensersatz prüfen lassen.

Mehr Informationen auf der Kanzleihomepage.


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