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Markus Frick: Landgericht Berlin bezieht Stellung zu Empfehlungen des „Deutschen Aktiendienstes“

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ADWUS Rechtsanwälte vertreten Geschädigte in gerichtlichen Schadenersatzverfahren gegen Markus Frick. Dieser musste sich seit Oktober 2013 vor dem Landgericht Frankfurt dem Vorwurf des Verdachts auf versuchten sowie vollendeten bandenmäßigen Betrug sowie Marktmanipulation stellen. Frick war Februar 2014 zum wiederholten Male strafrechtlich verurteilt worden, der Vorwurf des Betruges wurde eingestellt. Das Urteil erging wegen des Vorwurfes der Marktmanipulation in Höhe von zwei Jahren und sieben Monaten Haft (noch nicht rechtskräftig).

Frick ist Mitgründer vom Börsenbrief „Deutscher Aktiendienst“. Es handelte sich dabei um einen Informationsdienst, der von Anlegern gegen Bezahlung von Entgelt abonniert werden konnte und der diese mit aktuellen Entwicklungen sowie Empfehlungen für den Ankauf bestimmter Wertpapiere versorgte. Bestandteil dieses Dienstes war ebenso das Mitverfolgen eines sog. Real Depots, in welchem sich die Aktien der Herausgeber des Börsenbriefs befunden haben sollten und welches die Empfänger nachbilden sollten.

Als Chefredakteur sowie Verfasser der Briefe war Herr Joachim Schindler bezeichnet. Wie es sich im Laufe des Prozesses aufgrund eines Teilgeständnisses des Beklagten vom 5.11.2013 herausstellte, handelte es sich dabei jedoch nur um eine fiktive Person, für welche sich der Beklagte, der bereits im Jahr 2011 vom Landgericht Berlin wegen Marktmanipulation zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung rechtskräftig verurteilt wurde, ausgab. Der eigentliche Gründer und Urheber des Börsenbriefs „Deutscher Aktiendienst“ war somit der Beklagte. Ebenso steht fest, dass das Real Depot nicht existierte, sondern vielmehr lediglich zu Marketingzwecken erfunden wurde.

Nunmehr hat sich das Landgericht Berlin in einem durch ADWUS Rechtsanwälte geführten Schadenersatzverfahren zur Sach- und Rechtslage in einer Hinweisverfügung positioniert. Hierin geht die Kammer davon aus, dass der Beklagte Frick – wenn er nicht sogar vorsätzlich unwahre Angaben gemacht hat, so jedenfalls doch zumindest – die Empfehlungen ausgesprochen hat, ohne tatsächliche Erkenntnisse oder Grundlagen gehabt zu haben, die eine solche Empfehlung rechtfertigen könnten. Die Kammer geht weiter davon aus, dass der Beklagte Frick nicht nur zumindest eine sekundäre Darlegungslast haben dürfte, sondern darüber hinaus zu prüfen ist, ob der Beklagte angesichts der wohl unstreitigen sonstigen Umstände nicht sogar die Beweislast hat, die Behauptung der Kläger widerlegen zu müssen.

Zwar hat eine bloße Aktienkursmanipulation in dem Glauben und der Erwartung, dass die erteilten Empfehlungen berechtigt seien, keine drittschützende Wirkung für Kläger, die solchen Empfehlungen gefolgt sind. Allerdings geht das Gericht unter Berücksichtigung in dem Hinweis zitierter Beschlüsse des Bundesgerichtshofes wie auch des Oberlandesgerichts Stuttgart davon aus, dass sich die Haftung in jedem Fall dann ergibt, wenn eine Kaufempfehlung gegenüber einem Börsenbrief-Abonnenten mit dem Wissen abgegeben wird, keinerlei Erkenntnisse oder Grundlagen zu haben, die diese Kaufempfehlung rechtfertigen.

Auch schließt die Kammer schon in dem Unterlassen des Beklagten, darauf hingewiesen zu haben, bereits wegen Aktienmanipulation vorbestraft zu sein, eine mögliche Pflichtverletzung gegenüber den Abonnenten des Börsenbriefes nicht aus. Soweit die Abonnentenverträge im Vertrauen auf die besonderen Fähigkeiten geschlossen wurden, steht deshalb sogar ein Schadenersatzanspruch im Raum, der über den reinen Ersatz des Vertrauensschadens hinausgeht.

In den von uns geführten Verfahren geht die Kammer des Landgerichts nach dem bisherigen Sach- und Streitstand davon aus, dass der Beklagte Frick mit eben der Redaktion des „Deutschen Aktiendienstes“ (zumindest faktisch) personenidentisch war oder innerhalb dieser Redaktion maßgeblichen Einfluss hatte und Entscheidungsträger war. Die Kammer geht insoweit auch von der Personenidentität des Beklagten Markus Frick und dem Pseudonym Joachim Schindler aus.

Die haftungsausfüllende Kausalität ergibt sich für die Kammer aus der substantiierten Darlegung der Kläger, ihre Käufe in sachlichem und zeitlichem Zusammenhang zu einer Kaufempfehlung des Beklagten beziehungsweise des Börsenbriefes getätigt zu haben.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei ADWUS Rechtsanwälte vertritt mittlerweile eine Vielzahl geschädigter Anleger beziehungsweise Abonnenten von Fricks Börsenbriefen und hat unter anderem eine Sammelklage auf den Weg gebracht. Wir empfehlen nochmalig dringend, grundsätzlich keinerlei dubiosen Empfehlungen für Aktienkäufe auf der Grundlage von E-Mails, Börsenbriefen oder sonstigen Ratschlägen Folge zu leisten.

Geschädigte sollten umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Sicherung und effektiven Durchsetzung bestehender möglicher Schadensersatzansprüche prüfen und gegebenenfalls zeitnah unternehmen. Sehr gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

Weitergehende Informationen insbesondere zum Thema der Schadensersatzklagen gegen Herrn Markus Frick finden Sie auch im Netz auf unserer Internetpräsenz im Bereich Rechtsgebiet: Bank- und Kapitalmarktrecht - Emissionsplattformen - Markus Frick.


Rechtstipp vom 24.11.2015
Aktualisiert am 13.09.2017

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            Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann (ADWUS Rechtsanwälte) Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann

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