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MBB Clean Energy: Die Groteske um die Anleihe geht weiter

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17.07.2014: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet ein weiteres Mal über die dubiosen Vorgänge rund um die durch den Windparkfinanzierer MBB Clean Energy begebene Anleihe (WKN: A1TM7P / ISIN: DE000A1TM7P0). Auf die für dieses Jahr fällige Ausschüttung für das Zinspapier mit einer Laufzeit bis Mai 2019 und einem Kupon von 6,25% warten die Investoren bis heute, bereits vor zwei Monaten wurde die Anleihe vom Handel ausgesetzt, zwischenzeitlich wurde die ursprüngliche Notierung im Frankfurter Entry Standard für Anleihen gänzlich aufgehoben.

Das Unternehmen, das sich auf die Nachfolge der Rüstungsschmiede Messerschmitt-Bölkow-Blohm beruft, logiert in Ottobrunn im gleichen Gebäude mit Teilen von Airbus Deutschland, die ebenfalls aus dem Konzern hervorgegangen waren. Allerdings scheint zwischenzeitlich in der Unternehmensfolge die sprichwörtliche traditionelle Solidität abhandengekommen zu sein: Nach allerhand verwirrenden Meldungen im Zuge der nicht erfolgten Zinsausschüttung ist nach wie vor vollkommen unklar, ob die Globalurkunde überhaupt Gültigkeit hat beziehungsweise ob die Anleihe überhaupt existiert. Unter Berufung auf zwei dortig in Auftrag gegebene Rechtsgutachten vermeldete das Unternehmen, dass aufgrund einer fehlenden Unterschrift das Papier nicht gültig sei, Ansprüche „berechtigter Gläubiger“ würden aber bedient, die fällige Ausschüttung wäre auf einem Treuhandkonto geparkt.

Da seit Begebung der Anleihe keinerlei Geschäftszahlen bzw. Berichte durch das Unternehmen veröffentlicht wurden, besteht überdies keinerlei Klarheit über ein überhaupt existierendes operatives Geschäft des Windparkbetreibers, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet. MBB Clean Energy hatte zwar im vergangenen Herbst verkündet, dass Verträge über den Erwerb verschiedener Wind- und Solarparks in Italien abgeschlossen worden seien, es bestehe hier jedoch der Verdacht, dass diese Geschäfte teilweise oder vollständig nicht erfolgreich abgeschlossen wurden. Auch über den angeblichen Einstieg internationaler Investoren, die 500 Millionen € zu den Bedingungen der Anleihe in das Unternehmen fließen lassen wollten, gibt es keine nachprüfbaren Informationen. MBB selber hatte in einem der unterschiedlichen Erklärungsversuche hier von einem Zinsverzicht für das erste Jahr für die Neuinvestoren gesprochen. Die entsprechenden Verzichtserklärungen seien allerdings nicht termingerecht bei der Verwahrstelle Clearstream eingegangen, was wiederum dazu geführt habe, dass mindestens teilweise Ausschüttungen stattgefunden hätten.

Ein weiteres Scharmützel in der bizarren Gemengelage spielt sich rund um das Göppinger Bankhaus Gebrüder Martin ab, der vertraglich festgelegten Zahlstelle im Zusammenhang mit der Anleihe. Die FAZ berichtet hier, dass nach übereinstimmenden Aussagen das Tischtuch zwischen der Bank und dem Unternehmen zerschnitten sei. Das Bankhaus habe den Vertrag nach einer Schadensersatzanzeige gegen MBB aufgekündigt, nachdem diese durch ein Gerichtsverfahren für nichtig erklärt wurde. 

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist seit vielen Jahren mit diesen Fachgebieten beschäftigt und führt hier ständig hunderte von laufenden Verfahren. Insbesondere in Hinblick auf die nachdrückliche und effektive Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Ansprüche wurde hier eine ausgezeichnete Expertise erarbeitet. Wir hatten bereits mehrfach über die undurchsichtigen Vorgänge im Umfeld der in Rede stehenden Anleihe berichtet und empfehlen allen Investoren erneut, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Maßnahmen zur Sicherung getätigter Investitionen zu prüfen und gegebenenfalls zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in diesem Sinne kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Sachstandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 17.07.2014
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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