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MBB Clean Energy ist pleite: Groteske kulminiert

Rechtstipp vom 10.07.2015
Rechtstipp vom 10.07.2015

09.07.2015: Wie eine Reihe seriöser Wirtschaftsmedien vermelden, hat die bizarre Geschichte um die Beteiligungsgesellschaft für erneuerbare Energien MBB Clean Energy mit der offensichtlich bereits am 23. Juni diesen Jahres erfolgten Stellung eines Insolvenzantrages einen weiteren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Dieser durchaus bemerkenswerte Vorgang, der allerdings durch das Unternehmen selber nicht publiziert worden war, sei zufälligerweise im Rahmen eines laufenden Gerichtsverfahrens ans Tageslicht gekommen. Stattdessen wirbt die unternehmenseigene Webseite nach wie vor mit „Sicherheit, Verantwortung, Rendite“ und „Sauberer Energie“.

Ursprünglich hatte die damals noch von Vorstand Eckhart Misera geleitete Unternehmung mit der Begebung der Anleihe (WKN: A1TM7P/ISIN: DE000A1TM7P0, 6,25 %, 2013-2019) insgesamt 300 Millionen € von Investoren einsammeln wollen. Schon das ging schief: mit Ablauf der Zeichnungsfrist verkündete die Gesellschaft, nur 72 Millionen € erzielt zu haben – was eine offensichtliche Falschangabe war. Bereits zu diesem Zeitpunkt kolportierten informierte Kreise, dass höchstens 22 Millionen, möglicherweise aber sogar nur 8 Millionen € eingesammelt hatten werden können. Zudem war die Rede von Strohmännern, die möglicherweise zum Schein zusätzliche Anteile erworben haben könnten. 

Auch Ankündigungen von MBB im Hinblick auf den Kauf italienischer Wind- und Solarenergieparks realisierten sich offensichtlich nie, fraglich steht bis zum heutigen Tage, ob überhaupt je ein tatsächlicher Geschäftsbetrieb stattgefunden hat. Jedenfalls wurden zu keinem Zeitpunkt Geschäftszahlen vorgelegt. Dafür verkündete MBB stolz, zusätzliche 500 Millionen Euro institutionelles Investorenkapital eingeworben zu haben.

Schon die erste fällige Kuponzahlung 2014 fand nicht statt, Erklärung durch das Unternehmen: „technische Gründe“. In Folge wurde behauptet, es gäbe „unberechtigte Investoren“, anschließend wurde die Globalurkunde aufgrund einer fehlenden Unterschrift für ungültig erklärt. Monate später wurde dann behauptet, die Anleihe werde „repariert“. Im April dieses Jahres nun wurde der bisherige Vorstandschef Eckhart Misera vom Unternehmen ersetzt, die „Reparaturmaßnahme“ wurde „unterbrochen“. Und – wie inzwischen bekannt ist – kam statt der im Mai erneut fälligen Zinsausschüttung der Insolvenzantrag.

Wer haftet für die voraussichtlich hohen Schäden dieser bizarren Geschichte?

Zwischenzeitlich, im Herbst vergangenen Jahres, machten Meldungen die Runde, dass sich offenbar seit geraumer Zeit auch die Behörden für den Fall interessieren: bereits im Mai 2014 habe die Staatsanwaltschaft München I die Ermittlungen von der Ulmer Staatsanwaltschaft übernommen, im Raume stand der Verdacht auf Betrug gegen Vorstandschef Eckhart Misera sowie Aufsichtsratschef Matija Podvorec. Aus unserer Sicht jedenfalls sollten betroffene Investoren dringlich und umgehend prüfen, inwieweit neben verantwortlichem Vorstand und Aufsichtsrat innerhalb des Unternehmens möglicherweise auch involvierte Personen im Umfeld der Emissionsbegleitung und Ratingvergabe haftbar gemacht werden könnten.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist beständig mit hunderten von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten beschäftigt und hat sich hier über die Jahre eine hervorragende Expertise erarbeitet. Insonderheit hinsichtlich der nachdrücklichen und effektiven Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Ansprüche erzielen wir regelmäßig hervorragende Ergebnisse im Sinne unserer Mandantschaft. Gerne dürfen Sie uns auch in o. a. Angelegenheit kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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