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Mediation als Königsweg im Arbeitskonflikt

Rechtstipp vom 01.08.2008
Rechtstipp vom 01.08.2008
Die Arbeitswelt unterliegt einem rasanten und vielschichtigen Veränderungsprozess, der auch die arbeitsrechtlichen Verfahren beeinflusst. Immer häufiger ist es das wesentliche Interesse der Streitenden, zu schnellen und effizienten Lösungen zu kommen. Dabei ist der Prozess vor dem Arbeitsgericht nicht immer die erste Wahl.

Besser wäre oft eine außergerichtliche Klärung und Einigung, beispielweise im Rahmen einer nicht öffentlichen Mediation. Bei diesem Verfahren zur Regelung offener Fragen und möglicher Konflikte unterstützt ein neutraler und allparteilicher Dritter, der Mediator, die Streitenden bei der Findung einer eigenständigen Lösung, ohne dabei (inhaltiche) Entscheidungen zu treffen.

Viele Verfahren vor dem Arbeitsgeicht enden mit einem Vergleich. Ein arbeitsgerichtlicher Vergleich beinhaltet aber nicht immer eine interessengerechte Lösung. Nicht selten wird er von den Parteien als Minimallösung empfunden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch ihre Anwälte oder das Gericht über Chancen und Risiken des gerichtlichen Verfahrens aufgeklärt, vergleichen sich aus Angst zu verlieren. Eskaliert ein Streit im emotionalen Bereich, dann reicht hingegen schon ein Vorschlag der Gegenseite, um eine Vergleichslösung zum scheitern zu bringen. 

In diesen Fällen kann der Mediator aufgrund seiner speziellen Ausbildung die Kommunikation und den Prozess der Ziel- und Entscheidungsfindung fördern. Er kann die Parteien wieder in eine lösungsorientierte Verhandlung und zu einem Ergebnis führen, aus dem beide Seiten Honig saugen.

Auch wirtschaftlich ist eine Mediation im Arbeitsrecht nicht uninteressant. Im Urteilsverfahren des erstenechtszugs, also vor dem Arbeitsgericht, besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Rechtsanwalts. Der Mandant hat deshalb in der Mediation ähnliche Anwaltskosten wie im gerichtlichen Verfahren. Bei Vorliegen eines Rechtsschutzfalles vergütet die Rechtsschutzversicherung auch die außergerichtliche anwaltliche Vertretung. 

Mediation kann aber auch in anderen Fällen im Unternehmen kurzfristig eingesetzt und zügig durchgeführt werden.  Konflikte zwischen Mitarbeitern, zwischen Teams und Abteilungen können flexibel und unbürokratisch gelöst werden. Regelungen zwischen Interessenvertretungen und Unternehmensleitung können in Umstrukturierungsprozessen zukunftsorientiert ausgehandelt werden. Nicht selten werden hier die Kosten der Mediation vom Arbeitgeber übernommen.

Alexander  Scholl (MM)

www.kanzlei-scholl.de


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit

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