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Mediation bei Streitigkeiten in der Erbengemeinschaft

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Konflikte unter Erben nach dem Tod des Erblassers kommen nicht selten vor und belasten eine Familie beträchtlich. In der Erbengemeinschaft müssen gemeinsame Entscheidungen getroffen werden. Die einvernehmliche Regelung der Erbangelegenheiten regeln Sie im besten Fall gemeinsam mit einem Mediator. Pragmatisch erarbeiten Sie gemeinsam mit dessen Hilfe Lösungen.

Was ist unter einer (Erb-)Mediation zu verstehen?

Eine Mediation ist ein einvernehmliches, außergerichtliches Verfahren zur Lösung von Streitigkeiten. Eine Erbmediation ist ausschließlich auf die Erarbeitung von Lösungen von erbrechtlichen Konflikten ausgerichtet, die nach dem Tod des Erblassers zwischen den Mitgliedern einer Erbengemeinschaft entstanden sind. Mitglieder einer Erbengemeinschaft sind alle gesetzlich oder per Testament Bedachten. 

Eine Erbmediation ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Erbe einvernehmlich geteilt werden soll, wie dies regelmäßig bei Immobilien der Fall ist. Wer möchte im Haus der Erblasser leben, wer ausbezahlt werden, wie wird das finanziert, wer hat welche Auslagen getätigt seit dem Ableben und nicht zuletzt, was hätte der Erblasser gewollt? 

Diese Funktion und Aufgaben hat ein Mediator

Ein Mediator unterstützt bei mehreren Gesprächen die Erben bei deren Konfliktlösung und der Konsensfindung. Dabei fungiert er als neutraler und unabhängiger Dritter.

Der Mediator unterstützt sie dabei, miteinander konstruktive Gespräche zu führen. Er trifft keine Entscheidungen für die Konfliktparteien, sondern achtet vielmehr darauf, dass zwischen ihnen eine faire und offene Kommunikation entsteht. 

Der Mediator ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und muss die von ihm geführten Gespräche streng vertraulich behandeln. Gleichzeitig heißt das, dass er vor Gericht nicht als Zeuge aussagen kann.

Wie erfolgt die Ernennung des Mediators?

Jeder der Erben hat die Möglichkeit, eine Mediation vorzuschlagen. Jedoch darf keiner der Miterben die anderen Beteiligten zu diesem Verfahren zwingen – die Teilnahme an einer Mediation ist stets freiwillig. Sowohl der Mediator als auch die Konfliktparteien können die Mediation wieder beenden, wenn eine Einigung nicht möglich ist.

Der Ablauf eines Mediationsverfahrens bei Erbstreitigkeiten

Das Mediationsverfahren gliedert sich in insgesamt vier Phasen, das heißt, in die Informations-, Eröffnungs-, Verhandlungs- und in die Schlussphase.

In der Informationsphase bereitet der Mediator das Verfahren vor. Er verschafft sich beispielsweise einen Überblick darüber, wer als erbberechtigt gilt, ob gesetzliche bzw. testamentarisch bestimmte Erben vorhanden sind und ob Ansprüche auf Pflichtteile bestehen. Darüber hinaus tritt er mit allen in Betracht kommenden Erben in Kontakt. Er muss dabei in Erfahrung bringen, ob die einzelnen Miterben bereit sind, an der Mediation teilzunehmen.

Die Eröffnungsphase beginnt mit der ersten Verhandlungsrunde. Alle Erben müssen anwesend sein und der Ort, an dem die Mediation stattfindet, sollte neutral sein. Die Ehe- bzw. Lebenspartner der Erben sowie alle anderen, die nicht Mitglied der Erbengemeinschaft sind, werden vom Mediationsverfahren ausgeschlossen. Der Mediator setzt in der Eröffnungsphase die Miterben über den Ablauf der Mediation in Kenntnis. 

Lösungen für den erbrechtlichen Konflikt werden in der Verhandlungsphase erarbeitet. Das heißt, die Interessen und Erwartungen aller Erben werden mithilfe des Mediators ermittelt und herausgearbeitet. Dabei bleibt der Mediator stets neutral und unterstützt keine der Konfliktparteien.

In der Schlussphase hält der Mediator die während der Mediation getroffenen Regelungen in einer sogenannten Mediationsvereinbarung fest. Diese sollten alle Miterben unterzeichnen.

Die Bezahlung eines Mediators – wer trägt die Kosten?

Grundsätzlich ist festzuhalten: Im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren fällt die Mediation günstiger aus – sie gilt als eine zeit- und kostengünstige Alternative.

Die Kosten für den Mediator sind nicht gesetzlich festgelegt, sondern hängen vom im Vorfeld vereinbarten Stundensatz sowie von den tatsächlich aufgewendeten Stunden ab. Die an der Mediation beteiligten Erben tragen die Kosten für den Mediator meist gemeinschaftlich oder entnehmen diese dem Nachlass des Erblassers.

So finden Erben einen Mediator

Bei Erbstreitigkeiten ziehen die Mitglieder einer Erbengemeinschaft am besten einen im Erbrecht versierten Anwalt zurate. In der Regel hat dieser eine entsprechende Ausbildung zum Mediator absolviert. Idealerweise besitzt er darüber hinaus die Fachanwaltsbezeichnung „Fachanwalt für Erbrecht“. Erben können sich des Weiteren online über einen passenden Mediator informieren.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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