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Medizinrecht, Patientenrechte und Arzthaftungsrecht

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Auch wenn Ärzte zum allergrößten Teil sehr sorgsam arbeiten, geschehen doch immer wieder ärztliche Kunstfehler. Tritt ein solcher auf, ist dies sowohl für Patient als auch für Behandler eine unangenehme Situation; denn die Gesundheit und körperliche Unversehrtheit ist ein hohes Gut. Für den Patienten kann ein Behandlungsfehler weitreichende Folgen haben. Ebenso ist der Vorwurf an den Behandler, einen Kunstfehler begangen zu haben, für diesen belastend. Während es dem Patienten häufig neben einer Entschädigung für die Folgen des Behandlungsfehlers auch um einen Vertrauensverlust in den behandelnden Arzt und die Frage geht „Wie konnte das passieren?“, kann der Behandler oft aufgrund der im Gesundheitssystem vorherrschenden Strukturen nicht aktiv an der Aufarbeitung des Konfliktes mitwirken.

Auch die Politik hat diese besondere Konfliktsituation in den letzten Jahren mehr und mehr in den Blick genommen und versucht, über die Gesetzgebung eine bessere Aufarbeitung derartiger Sachverhalte und damit eine Aufklärung der Hintergründe, welche zu dem Behandlungsfehler geführt haben, zu ermöglichen. Mit dem Patientenrechtegesetz sind transparente Regelungen geschaffen worden, um Patienten wie auch Behandelnden die nötige Rechtssicherheit zu geben.

Im Mittelpunkt des Gesetzes stehen Regelungen, die nunmehr konkreter ausgestalten, welche Behandlungsschritte von den Ärzten in der Patientenakte zu dokumentieren sind. Ferner wurde mit dem Gesetz ausdrücklich ein Recht des Patienten auf Einsicht in seine Behandlungsunterlagen normiert und dieses Recht näher ausgestaltet. Dadurch wird der Patient in die Lage versetzt, – am besten mit Hilfe eines Fachanwaltes für Medizinrecht – die vom Arzt durchgeführten Behandlungsschritte besser nachzuvollziehen und eventuelle Anhaltspunkte für einen Behandlungsfehler zu finden.

Um den Verdacht eines möglichen Behandlungsfehlers zu erhärten, kann der Patient bei der Behandlung durch einen Vertragsarzt auch seine jeweilige Krankenkasse zur Unterstützung mit heranziehen. Diese können insbesondere über den medizinischen Dienst ein Gutachten erstellen lassen, ob die jeweilige Behandlung nach den aktuellen Maßstäben der ärztlichen Kunst erfolgte. War es den Krankenkassen bisher mehr oder weniger freigestellt, ob sie diese Unterstützungsleistung erbringen, hat der Gesetzgeber ihnen nunmehr die Unterstützung des Patienten als Regelfall auferlegt. Hierneben besteht die Möglichkeit, die Schlichtungsstelle der Ärztekammern mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen, um dem Verdacht eines Behandlungsfehlers nachzugehen. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Behandler bzw. dem Krankenhaus ein vom Gericht bestellter Sachverständiger zu der Frage eines möglichen Behandlungsfehlers ein Gutachten erstellt.

Welche Vorgehensweise die richtige ist, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Daher sollte der Patient sich bei dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler von einem Fachanwalt für Medizinrecht begleiten lassen.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Arzthaftungsrecht, Medizinrecht

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