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Mein Freund ist in Untersuchungshaft - Teil 1: Sofortmaßnahmen für Angehörige

Rechtstipp vom 15.05.2017
Aktualisiert am 19.05.2017
(11)
Rechtstipp vom 15.05.2017
Aktualisiert am 19.05.2017
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Wer erfährt, dass ein Angehöriger oder Freund festgenommen worden ist oder sich bereits in Untersuchungshaft befindet, der ist in aller Regel ratlos. Dabei kommt es für das weitere Verfahren ganz entscheidend darauf an, jetzt möglichst rasch die Weichen richtig zu stellen. In diesem Beitrag gibt Strafverteidiger Dr. Maik Bunzel aus Cottbus wertvolle Tipps für Betroffene.

Anwalt suchen und anrufen

Wer festgenommen wurde, braucht dringend anwaltliche Hilfe. Jeder Beschuldigte hat das Recht, in jeder Lage des Verfahrens mit einem Verteidiger zu sprechen. Wer keinen Verteidiger kennt oder seinen Anwalt nicht erreichen kann, redet sich oft „um Kopf und Kragen“ in den ersten Vernehmungen.

Hier sollten Angehörige und Freunde helfen: Sie sollten sofort im Internet nach einem im Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalt suchen. Ist ein passender Anwalt gefunden, sollte umgehend telefonisch Kontakt aufgenommen werden. Der Strafverteidiger benötigt den vollständigen Namen und das Geburtsdatum des Beschuldigten, außerdem möglichst viele Informationen zum derzeitigen Aufenthaltsort. Nur so kann der Anwalt sofort aktiv werden.

Je zügiger der Kontakt zum Betroffenen steht, umso besser sind die Verteidigungsmöglichkeiten im weiteren Verfahren. Schnelligkeit kann hier den Unterschied zwischen einem „glimpflichen“ Ausgang und einer mehrjährigen Haftstrafe ausmachen.

Geld für den Betroffenen bei der JVA einzahlen

Wer in Untersuchungshaft kommt, der bleibt nicht auf der Polizeidienststelle, sondern wird in eine JVA verbracht. Dort fehlt es zunächst an fast allem. Angehörige sollten deshalb schnell herausfinden, in welche JVA der Beschuldigte kommt. Hier sollte schnellstmöglich Geld auf das Anstaltskonto eingezahlt werden, damit der Beschuldigte am Anstaltseinkauf teilnehmen kann. Im Verwendungszweck der Überweisung sollten der volle Name und das Geburtsdatum des Beschuldigten stehen, um Verzögerungen zu vermeiden.

In einigen Anstalten kann auch Bargeld für den Betroffenen vor Ort eingezahlt werden. Hier kann einfach telefonisch bei der JVA nachgefragt werden. Auch über Höchstgrenzen für den monatlichen Einkauf können Sie sich telefonisch bei der JVA informieren – dem Betroffenen ist jedoch bereits mit kleinen Beträgen im Bereich bis 50 Euro geholfen, etwa zum Kauf von Hygieneartikeln.

Telefonisch können Sie beider JVA außerdem erfragen, ob und ggf. wie dem Betroffenen ein Wäschepaket geschickt werden kann und welchen Inhalt es haben darf. Machen Sie auch hiervon unbedingt Gebrauch!

Fragen?

Sie haben weitere Fragen zum Thema oder benötigen einen Strafverteidiger für einen Festgenommenen bzw. Untersuchungsgefangenen? Strafverteidiger Dr. Maik Bunzel ist im gesamten Bundesgebiet tätig und kann Ihnen helfen. In geeigneten Fällen übernimmt er die Verteidigung auch als Pflichtverteidiger. Ein Telefonat zur ersten Orientierung ist stets kostenlos. Rufen Sie einfach unter der nebenstehenden Nummer in der Kanzlei an!


Rechtstipp aus der Themenwelt Untersuchungshaft und Haftbefehl und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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