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Mein Testament nach deutschem Erbrecht

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1. Wer darf ein Testament errichten?

Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und testierfähig ist, kann uneingeschränkt regeln, wie mit seinem Vermögen nach seinem Tod umgegangen werden soll. 

Dies kann in Form eines Testaments oder eines Erbvertrags geschehen.

Wer 16 Jahre alt ist, darf auch bereits ein Testament errichten, dieses unterliegt der besonderen Form: Das Testament kann nur durch eine Erklärung gegenüber dem Notar oder durch Übergabe einer offenen Schrift errichtet werden.

2. Was passiert, wenn ich kein Testament errichte?

Wer nichts regelt oder wessen Regelung unwirksam ist, für den gilt das Gesetz. Wessen Wille mit der gesetzlichen Regelung übereinstimmt, muss also kein Testament aufsetzen. 

Derjenige, der jedoch von den gesetzlichen Regelungen abweichen will, ist gezwungen, entweder ein Testament aufzusetzen oder aber einen Erbvertrag abzuschließen.

3. Wie sieht die gesetzliche Erbfolge aus?

Nachfolgend ein Ausschnitt aus den gesetzlichen Regelungen: 

Der Gesetzgeber hat bestimmt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Verwandten erben sollen. Daneben besteht ein Erbrecht des Ehegatten, das sich nach dem Güterstand richtet.

1. Ordnung:

Im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft erbt der Ehegatte neben den Erben der ersten Ordnung ein Viertel plus ein weiteres Viertel pauschalierter Zugewinnausgleich, mithin ein Halb. 

Die Kinder des Erblassers erben die andere Hälfte und teilen sich diese, soweit mehr als ein Kind vorhanden ist.

Sollte ein Kind nicht erben, z. B. weil es vorverstorben ist, treten an dessen Stelle seine Kinder. 

2. Ordnung:

Sind keine Kinder und Kindeskinder vorhanden, dann erben die Erben der 2. Ordnung.

Das sind die Eltern des Erblassers und soweit hier ein oder beide Elternteile nicht mehr vorhanden sind, deren Kinder, mithin die Geschwister des Erblassers bzw. deren Kinder (Nichten und Neffen des Erblassers). 

3. Ordnung:

Sind Erben der 2. Ordnung nicht vorhanden, erben Großeltern des Erblassers sowie soweit diese bereits verstorben sind, dann deren Kinder und Kindeskinder, mithin die Onkel und Tanten des Erblassers bzw. wenn diese auch nicht mehr vorhanden sind, Cousinen und Cousins. 

4. Was kann ich regeln?

Mit einem Testament besteht die Möglichkeit weitere Regelungen zu treffen, also nicht nur Erben einzusetzen bzw. auszuschließen, sondern auch Anordnungen zu treffen z. B. eine Teilungsanordnung oder Vor- und Nacherbschaft, es können Auflagen bestimmt werden.

Es kann ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden, der sich um den Nachlass und die Durchsetzung des Testaments kümmert.

Fazit:

Das Leben ist sehr oft vielschichtiger als der Gesetzgeber dies im Blick hatte, so treten immer wieder Konstellationen auf, in denen die gesetzliche Erbfolge nicht sinnvoll oder nicht gewünscht ist. 

Um seine Erbfolge richtig regeln zu können, ist es zunächst erforderlich, seinen eigenen Stammbaum aufzulisten, und sich über seine eigenen Vorstellungen und Wünsche klar zu werden, insbesondere darüber, was soll geschehen mit meinem Vermögen, wer soll darüber verfügen, wer darf auf keinen Fall darüber verfügen und welche sonstigen Vorstellungen habe ich. 

Sodann hilft eine rechtliche Beratung, den Willen in klare Formulierungen umzusetzen.

Hinweis: Es wurden allgemeine Regelungen dargestellt, die nicht auf einen bestimmten Einzelfall abgestimmt sind. Daher wird eine Gewähr dafür übernommen, dass die Darstellungen für Ihren Fall konkret zutreffen.

Gerne sind wir Ihnen bei der Erstellung des auf Ihre persönlichen Verhältnisse abgestimmten Testaments behilflich. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren einen Besprechungstermin.

Hausbesuche sind ebenfalls möglich.

Böhm, Rechtsanwältin

Fachanwältin für Erbrecht seit 2006


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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