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Mietminderung wegen Schimmelbefall

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Gerade in der kalten Jahreszeit kommt es in den Wohnungen häufig zu Schimmelpilzbefall. Schuld daran sind oft sogenannte „Wärmebrücken“. Tritt Schimmelpilz in der Wohnung wegen des Vorhandenseins von Wärmebrücken auf, geht es oft um die Frage, ob der Mieter die Miete wegen des Schimmelpilzbefalls mindern kann. Nach einem neuen Urteil des Bundesgerichtshofes stellen Wärmebrücken in Häusern keinen Mangel dar, wenn zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes die damals geltenden Bauvorschriften und technischen Normen eingehalten wurden und die Parteien im Mietvertrag keine besonderen Vereinbarungen über den Wohnstandard getroffen haben. Der Mieter hat demnach keinen Anspruch auf einen Wohnstandard, der bei vergleichbaren Wohnungen üblich ist (so auch BGH, Urteil vom 05.12.2018, Az.: VIII ZR 271/17).

Oft wendet der Vermieter ein, dass der Mieter nicht ordentlich und ausreichend gelüftet hat (worüber ihn der Vermieter informieren muss). Grundsätzlich ist dem Mieter das Lüften der Wohnung zumutbar. In welchen zumutbaren Intervallen der Mieter lüften muss, ergibt sich aus dem Einzelfall. Allerdings dürften dreimal 10 Minuten Querlüften wohl noch zumutbar sein.

Hinsichtlich der Beweislast bezüglich der Frage, wer den Mangel zu vertreten hat, ist Folgendes zu beachten:

Zunächst muss der Vermieter beweisen, dass der Mangel nicht aus seinem Verantwortungsbereich stammt (Baumängel, Schäden am Dach usw.). Hat der Vermieter den Nachweis erbracht, liegt es nun am Mieter, den Beweis zu erbringen, dass der Schimmelbefall nicht durch ein vertragswidriges Verhalten seinerseits verursacht wurde.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

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