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Mietrecht mal anders - Chancen und Vorteile der Mediation

Rechtstipp vom 30.04.2010
Rechtstipp vom 30.04.2010

Ein junges Paar, stolze Neumieter einer kleinen Traumwohnung in einem 4 Parteien-Haus am Rande von Wasserburg, 3 Zimmer, Küche, Bad, Terrasse, für günstige 480 Euro. Da war noch Geld übrig für neue Möbel, die so kuschelig in die Ecken der Wohnung passten. Soweit so schön. Alles war gerade geliefert und am richtigen Platz, da wurde das Haus verkauft. Eigenbedarf wurde angemeldet umfassende Renovierungsarbeiten angekündigt und die Mieter massiv unter Druck gesetzt. Da helfen die gesetzlich verankerten Regeln „Kauf bricht nicht Miete" nur partiell und geben Hoffnung, aber die Freude am gemütlichen Wohnen ist erst mal dahin. Auf Rechtsstreit hat man keine Lust, man will Nerven und Geldbeutel schonen.

Der Käufer zeigte sich scheinbar spendabel „Na komm wir haben 3 Monate Kündigungsfrist, da schenk ich Euch die Miete und weil Ihr es seid und ich keinen Ärger haben will - hau ich noch einen 1.000er darauf , also 2.500,-€, alles OK?!"

Das junge Pärchen sucht zunächst Rat bei einem befreundeten Rechtsanwalt, der ihnen die verschiedenen rechtliche Möglichkeiten aber auch die Risiken und Unwägbarkeiten eines Gerichtsprozesses aufzeigt, als die Frau zu weinen beginnt, „Nein, ich will das alles nicht, ich bin doch schwanger und ich möchte mit meinem Kind in Ruhe und Frieden leben und nicht in ein Gerichtsverfahren verwickelt sein mit allen Unsicherheiten wie das dann entschieden wird".

Der Anwaltskollege war überfordert und empfahl, man solle sich das halt überlegen und im Zweifel die 2.500,-€ als vernünftiges Angebot akzeptieren.

Als die junge Frau bei der Rechtschutzversicherung anrief um sich eine Deckungszusage einzuholen, empfahl man ihr eine Mediation.

Und so gelangte ich an diesen Fall.

Das junge Pärchen und der neue Hauseigentümer fanden sich zu einem Vorgespräch ein, in dem das Mediationsverfahren als strukturiertes Konfliktlösungsverfahren mit den 5 einzelnen Phasen erläutert wurde, das sogenannte Arbeitsbündnis wurde geschlossen. Das Interesse an der Mediation war geweckt und man war gespannt was es heißt „ergebnisoffen" die Interessen und Bedürfnisse herauszuarbeiten.

Es stellte sich heraus, dass der Hauseigentümer auch in ca. 6 Monaten Vater werden sollte und er deswegen auch so schnell mit den Umbauten im Haus beginnen wollte. Aber dadurch hatte er auch sehr großes Verständnis für das junge Pärchen und das Pärchen für ihn.

Nach 4 Sitzungen wurde folgende Vereinbarung getroffen.  Der Hauseigentümer bemühte sich gemeinsam mit dem Pärchen  unter Einsatz seines Bekanntenkreises und befreundeter Immobilienmakler um eine Ersatzwohnung und übernahm die „Rundum Sorglos" Umzugsunannehmlichkeiten (das Pärchen verbrachte den Umzugstag auf einem Elektroboot auf dem Chiemsee mit anschließendem romantischen Fischessen, während die neue Wohnung nach ihren Vorgaben eingerichtet wurde). Im Gegenzug konnte der Hauseigentümer 8 Wochen früher als geplant mit den Umbauarbeiten beginnen.

Die Angst und Sorge des Pärchens ggf. mit Baby umziehen oder im ungewissen Rechtsstreit mit dem Eigentümer prozessieren zu müssen, war gebannt.

Ob es dem Eigentümer nun günstiger gekommen ist, kann ich nicht beurteilen (wage ich aber zu behaupten) aber ich weiß, dass ein Rechtsstreit über mehrere Instanzen wesentlich mehr Geld, Zeit und Nerven gekostet hätte und zwar für alle Beteiligten.

Ein solches interessengerechtes Ergebnis nennen wir Mediatoren ein "win-win"-Ergebnis - eine Lösung ohne Verlierer. Ein Ergebnis, das in den seltensten Fällen vor Gericht zu ereichen ist - auch ein gerichtlicher Vergleich ist damit nicht vergleichbar - da im Zweifel jeder auf etwas verzichtet, also beide etwas verlieren, was Sie dachten, gewinnen zu können. 

Unser Rechtstipp: Manchmal nicht auf sein Recht pochen, sondern überlegen, was die eigenen Ängste und Nöte sind, die wahren dahinter liegenden Interessen und Bedürfnisse und dann, sich bei einer lösungsorientierten Verhandlungsart von einem Mediator/Vermittler begleiten lassen. Fragen Sie Ihre Rechtschutzversicherung um Übernahme der Kosten, nach meiner Erfahrung unterstützen fast alle namhaften Rechtsschutzversicherer  finanzieren die Mediation durch einen ausgebildeten Mediator.

Sie haben Fragen zur Mediaton - Fragen Sie, gerne per Telefon, Fax oder @-mail     

Max Jelinek

Rechtsanwalt & Mediator

08075 9140608

Fax 08075 9140611

office@imkki.de


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