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Minijob, Midijob: Tipps für Schulabgänger

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Das Abitur in der Tasche, aber noch keine richtige Idee, wie es weitergehen soll? Um diese Phase der Orientierung zu überbrücken, suchen sich viele Schulabgänger einen Job, um Geld zu verdienen und erste Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Mini- oder Midijobs können dann eine gute Alternative darstellen. Es gibt allerdings dabei einige Punkte zu beachten.

1. Was bedeutet Minijob?

Bei einem Minijob handelt es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mit einem monatlichen Verdienst nicht höher als 450,00 Euro. Eine Teilzeitbeschäftigung in diesem Umfang ist für die Minijobberinnen und den Minijobber weitgehend sozialversicherungsfrei. Das bedeutet, dass keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Für die Rentenversicherung hingegen besteht eine Versicherungspflicht. Dafür fallen nur geringe Beiträge an. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, sich von dieser Versicherungspflicht befreien zu lassen. Dafür ist ein gesonderter Antrag, der über die Homepage der Minijob-Zentrale heruntergeladen werden kann, zu stellen.

2. Besonderheiten bei der Krankenversicherung

Von Arbeitgeberseite erfolgt keine Anmeldung zur Krankenversicherung, er zahlt lediglich einen Pauschalbetrag zur Krankenversicherung. Minijobberinnen und Minijobber müssen sich um die Anmeldung zur Krankenversicherung grundsätzlich selbst kümmern. In den meisten Fällen sind die Schulabgänger noch bei den Eltern im Rahmen einer Familienversicherung krankenversichert. In der Übergangszeit ist zu beachten, dass die beitragsfreie Familienversicherung in der Krankenkasse nur dann weiterlaufen kann, wenn das eigene Einkommen durch den Minijob nicht mehr als 450,00 Euro im Monat beträgt.

3. Mindestlohn und Höchstgrenze der Arbeitsstunden

Der gesetzliche Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Eine Minijobberin oder ein Minijobber kann bei Einhaltung des Mindestlohns von derzeit 9,19 Euro höchstens 48,9 Stunden im Monat arbeiten, wenn die Verdienstgrenze von 450,00 Euro monatlich nicht überschritten werden soll. Liegt der Verdienst durch einen oder mehrere Minijobs darüber, fallen die regulären Beiträge zur Sozialversicherung an.

4. Urlaubsanspruch

Minijobberinnen und Minijobber haben – wie andere Arbeitnehmer auch – einen Urlaubsanspruch. Die Höhe dieses Urlaubsanspruchs und damit die Anzahl der Urlaubstage hängt davon ab, an wie vielen Tagen in der Woche gearbeitet wird. Der gesetzliche jährliche Mindesturlaubsanspruch beträgt bei einer 5-Tage-Arbeitswoche 20 Tage. Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch berechnet sich nach der Formel 20 : 5 = 4 x Arbeitstage pro Woche und beträgt somit bei drei Arbeitstagen in der Woche 12 Tage im Jahr.

5. Anspruch auf Vergütung bei Krankheit?

Der Arbeitgeber muss den Minijobberinnen und Minijobbern das Entgelt bei einer Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von 6 Wochen weiterzahlen. Dieser Anspruch besteht allerdings nicht in den ersten vier Wochen der Beschäftigung. Voraussetzung für die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers ist das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit infolge einer unverschuldeten Krankheit. Im Falle einer Erkrankung muss der Arbeitgeber unverzüglich darüber informiert werden und es sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Arbeitsunfähigkeit mit einer entsprechenden Bescheinigung feststellt bzw. bestätigt. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, ist die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem Arbeitgeber spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag oder ggf. früher, sofern der Arbeitgeber dies verlangt, vorzulegen.

Bei einer längeren Erkrankung gilt: Nach Ablauf der 6-wöchigen Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers wird keine Vergütung mehr gezahlt. Ein Anspruch auf Krankengeld, dass in der Regel von der Krankenkasse nach Ablauf des Entgeltfortzahlungszeitraums gezahlt wird, gibt es bei einem Minijob nicht.

6. Abgrenzung zum Midijob

Ein Midijob ist ein Beschäftigungsverhältnis, bei dem der Verdienst höher als 450,00 Euro im Monat liegt und es eine obere Verdienstgrenze gibt. Seit dem 1. Juli 2019 beträgt diese 1.300,00 Euro monatlich. Midijobs sind nicht steuerfrei und die Midijobberinnen oder der Midijobber müssen Abgaben zur Sozialversicherung zahlen, die allerdings unterhalb der üblichen Abgaben einer klassischen Voll- oder Teilzeitarbeit liegen. Das bedeutet, dass bei einem Midijob auch durch die steuerliche Begünstigung am Ende im Verhältnis zu den klassischen Arbeitsverhältnissen verhältnismäßig mehr vom Verdienst übrig bleibt.

Der Anspruch auf den Mindestlohn und der Urlaubsanspruch gelten auch bei einem Midijob. Da der Midijob sozialversicherungspflichtig ist, besteht ein Anspruch auf Krankengeld.

Fazit: Es lässt sich somit nicht pauschal sagen, ob ein Mini- oder ein Midijob die richtige Wahl für den Übergangszeitraum ist. Die Entscheidung hängt vielmehr von der individueller Ausgangssituation ab und sollte sorgfältig abgewogen werden.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie weitergehende Fragen aus dem Bereich des Arbeitsrechts haben.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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