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Mobbing am Arbeitsplatz

Rechtstipp vom 02.08.2018
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Rechtstipp vom 02.08.2018
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Von Rechtsanwalt MBA, DMS, CM (Oxford-Brookes) Günther Wurst

Die neuen Medien tun ihr Übriges dazu, dass Mobbing am Arbeitsplatz gerade unter Kollegen zunimmt. Rechtsanwalt Wurst aus Herrenberg: „Die Möglichkeit, über Kollegen und Kolleginnen herzuziehen sind einfach enorm vielfältiger geworden.“

Die Folgen sind gravierend: Sehr oft geht Mobbing mit nachlassender Leistungsfähigkeit einher, der Betriebsfrieden wird nachhaltig und oft bis zur Unerträglichkeit gestört und nicht selten gipfelt ein sich ständiges Wehren gegen Anfeindungen, Anschuldigungen und Unterstellungen in psychischen Krankheitsbildern wie Depression oder Überlastungsreaktionen wie das sich in aller Munde befindliche „Burn-Out-Syndrom“. Mobbing kann danach nicht nur zu Gesundheitsverletzungen führen, sondern auch zu Persönlichkeitsrechtsverletzungen.

Für einen Arbeitsrechtler wie Rechtsanwalt Günther Wurst ist klar: Für das Betriebsklima und die Gesundheit seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist der Chef genauso persönlich in der Pflicht wie für die Produktivität seines Unternehmens.

Der Gesetzgeber nimmt das Unternehmen konkret in die Pflicht, gegen Mobbing am Arbeitsplatz geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Rechtanwalt Wurst: „… und das nicht nur aus der Mitarbeiterverantwortung heraus: Es geht nämlich neben den drohenden finanziellen Verlusten auch um nachhaltige Imageschäden für das Unternehmen selbst.“

Wird ein Mobbingfall angezeigt, muss der Arbeitgeber der Sache auf den Grund gehen und gegebenenfalls auch arbeitsrechtlich sanktionieren. Wer als Arbeitgeber Mobbing zulässt und nichts dagegen unternimmt, der missachtet seine nebenvertraglichen Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber seinen Mitarbeitern. Sofern der Arbeitgeber Mobbing-Handlungen nicht durch geeignete Maßnahmen – bis hin zur Entlassung des Störers – verhindert oder selbst einstellt, kann der betroffene Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung zurückhalten bzw. Unterlassungs- und Leistungsansprüche geltend machen. Zudem kommen Entschädigungs-, Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche in Betracht.

Bekommt die Unternehmensleitung das Problem nicht in den Griff, muss es danach weitergehende Maßnahmen ergreifen, um Konflikte zu lösen, selbst wenn dazu externe Problemlöser herangezogen und natürlich auch bezahlt werden müssen.

Günther Wurst: „Mobbing muss schnell bekämpft werden, damit sich Prozesse nicht verselbständigen und einschleifen.Auslöser müssen schnell erkannt und absolut zeitnah ausgemerzt werden.“

Dazu der erfahrene Jurist: „Ein jegliches Abwarten verschärft die Situation. Aus meiner juristischen Berufserfahrung heraus kann ich sagen, dass sich Mobbing-Probleme niemals von alleine lösen. Es ist so, dass am Ende immer einer weint – diese Kette müssen Mobbingopfer trennen auch ihre Arbeitgeber in die Verantwortung nehmen.“ Dazu gehört aber auch, dass dieser überhaupt um die entsprechenden Vorgänge weiß.

Ein wirklich zu empfehlender und überaus wichtiger Schritt ist die Einführung einer Betriebsvereinbarung, die Mobbing definiert und hilft, Mobbing anzuzeigen. Maßnahmen werden als Handlungsempfehlung präsentiert und ein solcher Leitfaden gibt allen Beteiligten die Chance, konstruktiv mit vorhandenen Lösungsmechanismen und Instrumenten umzugehen. 

Rechtsanwalt Günther Wurst steht Arbeitnehmern und Arbeitgebern gern zu allen Fragen rund um das Thema Mobbing am Arbeitsplatz zur Verfügung.


Rechtstipp aus der Themenwelt Arbeitsverhältnis und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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