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Mobbing

Rechtstipp vom 16.01.2019
Rechtstipp vom 16.01.2019

Mit Mobbing wird die Summe von typischerweise durch ein einheitliches Ziel miteinander verbundenen Verhaltensweisen von Vorgesetzten oder Kollegen bezeichnet, mit denen bewusst und gewollt die Würde eines Arbeitnehmers verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird. Häufig ist Fernziel des Verhaltens, den betroffenen Arbeitnehmer zum Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis zu veranlassen.

Ob ein solches Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren vorliegt, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. Dabei ist eine Abgrenzung zu dem in einem Betrieb im Allgemeinen Üblichen oder rechtlich Erlaubten und deshalb hinzunehmenden Verhalten erforderlich.

Nicht jede Auseinandersetzung oder Meinungsverschiedenheit zwischen Kollegen und/oder Vorgesetzten und Untergebenen erfüllt den Begriff des Mobbings und kann Schadensersatzansprüche auslösen. Im Arbeitsleben übliche Konfliktsituationen erfüllen, auch wenn sie sich über längere Zeiträume erstrecken, noch keinen zum Schadensersatz verpflichtenden Tatbestand. Dies kann selbst dann gelten, wenn einzelne Verhaltensweisen nicht sachlich gerechtfertigt sind.

IM Einzelfall muss zwischen sozialadäquatem und deshalb schadensersatzrechtlich folgenlosem Verhalten und erheblichen rechtswidrigen Eingriffen in Persönlichkeitsrechte oder die körperliche Unversehrtheit objektiv, ohne Rücksicht auf individuelle Empfindlichkeiten, abgegrenzt werden; siehe Bundesarbeitsgericht (BAG) vom 15.09.2016 – 8 AZR 351/15.

Wenn im Betrieb Konfliktlagen bestehen, aus denen sich Mobbing entwickeln kann, darf der Betriebsrat eine Schulung zum Thema Mobbing für erforderlich halten; BAG vom 14.01.2015 – 7 ABR 95/12.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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