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Möglicher Betrug bei Bio-Eiern – der nächste Lebensmittelskandal?

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Möglicher Betrug bei Bio-Eiern – der nächste Lebensmittelskandal?
Nur wenige Hühner können sich so frei bewegen.
Offenbar sind Eier als Bio-Eier verkauft worden, obwohl sie gar nicht entsprechend ökologisch erzeugt wurden. Noch wird über Pferdefleisch in der Lasagne diskutiert und doch könnte damit schon der nächste Lebensmittelskandal drohen.

Erzeugercode auf jedem Ei

Durch den vorgeschriebenen und auf jedem Ei aufgedruckten Code lässt sich nachvollziehen, aus welchem Land und Betrieb es stammt. Die erste Ziffer gibt dabei an, in welcher Form die Legehennen gehalten werden: Dabei steht die 0 für Bio-Eier, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfig- oder Kleingruppenhaltung.

Je nach Haltungsform sind bestimmte Vorschriften zu beachten. Für alle Eierproduzenten gilt zunächst die Legehennenverordnung, die eigentlich Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) heißt. Sie regelt unter anderem Mindeststandards für Beleuchtung, Belüftung und Ausstattung der Stallungen.

Bio-Eier nach EU-Vorschriften

Bei der Produktion von Bio-Eiern, die ja regelmäßig zu einem höheren Preis verkauft werden sollen, müssen zusätzliche Vorschriften eingehalten werden, die sich in weiten Teilen nach EU-Recht richten.

Bio-Hühnereier müssen in ökologischer Landwirtschaft im Gegensatz zu konventioneller Landwirtschaft erzeugt sein. Produkte dürfen nämlich nur als Bio- oder Öko- bezeichnet werden, wenn sie mindestens die sogenannte EG-Öko-Verordnung (Nr. 834/2007, Nr. 889/2008 und deren vierzehn Anlagen) erfüllen.

Danach dürfen maximal 6 Legehennen pro Quadratmeter gehalten werden und pro Tier müssen mindestens 18 Zentimeter Sitzstange zur Verfügung stehen. Weiterhin soll eine möglichst naturnahe Lebensweise und Ernährung gewährleistet sein. So sind Gentechnik und chemisch-synthetische Mittel zu vermeiden. Die verwendeten Futtermittel sollen ebenfalls ökologisch erzeugt sein.

Regelmäßige Kontrollen

Die Durchführung und Kontrolle ist in Deutschland ähnlich dem TÜV organisiert. Mindestens einmal im Jahr findet eine Kontrolle statt, die regelmäßig vorher angekündigt ist. Aber auch unangekündigte Stichproben sind möglich. Werden schwerwiegende Verstöße festgestellt, kann der Status als Ökobetrieb aberkannt werden.

Dazu kann auch eine strafrechtliche Verfolgung kommen. Wird nämlich der Käufer über die Bio-Eigenschaft getäuscht und gibt er deswegen für das Produkt mehr Geld aus, kann darin ein Betrug liegen. Nach Medienberichten untersucht die Staatsanwaltschaft derzeit eine Reihe von Fällen in dieser Richtung.

(ADS)

Foto : ©Fotolia.com/nwf


Rechtstipp vom 25.02.2013
aus den Rechtsgebieten Agrarrecht, Recht rund ums Tier

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