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MPC Holland 72, keine Ausschüttungen, rechtliche Handlungsmöglichkeiten wegen Verlusten?

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Angebot der kostenfreien Erstberatung umfasst auch die Korrespondenz mit der Rechtsschutzversicherung.

Bekanntlich hatte die MPC Capital den Anlegern per Rundschreiben mitgeteilt, dass der Fonds „Holland 72“ mit sofortiger Wirkung keinerlei Ausschüttungen mehr an die Anleger vornehmen werde.

Die Anleger des MPC Holland 72 müssen sich somit auf sehr hohe Verluste ihres in den Immobilienfonds „Holland 72“ investierten Kapitals einstellen.

Sachlage und Verletzung der Loan-to-Value-Klausel (kurz LTV-Klausel)?

Grund für die Aussetzung der Ausschüttungen ist die Verletzung der sogenannten Loan-to-Value-Klausel LTV.

Über diese Umstände hatte insbesondere das Magazin Fonds professionell wie folgt berichtet: „Grund dafür ist offenbar eine Neubewertung der Fondsimmobilie im Auftrag der finanzierenden Bank. Der vorläufige Verkehrswert der Fondsimmobilie ist gegenüber dem Kaufpreis deutlich zurückgegangen. (...) Dieser vorläufige Verkehrswert hat zu Folge, dass eine Kreditbedingung verletzt wird, wonach der ausstehende Darlehensbetrag im Verhältnis zum Verkehrswert nicht höher sein darf als 65 Prozent.“

Durch die Verletzung dieser Loan-to-Value-Klausel (kurz LTV-Klausel) führt zum sofortigen Stopp der Auszahlungen an die Anleger. Außerdem kann die Bank unter anderem Sondertilgungen verlangen, um so das ausstehende Darlehen zu minimieren und den Kreditvertragsbruch zu heilen. MPC ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit dem Verfasser des Wertgutachtens, um dessen „Kalkulation zu plausibilisieren“. Mit der finanzierenden Bank seien ebenfalls Gespräche aufgenommen worden. Laut Verkaufsprospekt schloss die Fondsgesellschaft im Dezember 2010 einen Kreditvertrag mit „einer international tätigen deutschen Bank mit Sitz in Bonn“ über ein Darlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren in Höhe von 7,53 Millionen Euro ab.“

MPC Holland 72: Investition in Büroimmobilie

Der geschlossene Immobilienfonds MPC Holland 72 wurde im Jahr 2011 mit einem Investitionsvolumen in Höhe von € 13.858.554,- aufgelegt. Hiervon entfallen laut Angaben des Portals zweitmarkt.de € 7.415.626 (Stand 31.12.2012) auf das 2010 aufgenommene Darlehen. Der MPC Holland 72 investiert laut Fondsangaben in ein 2009 errichtetes Bürogebäude mit 80 Pkw-Stellplätzen im Büropark „Business Park Hoofddorp“. Das verkehrsgünstig in unmittelbarer Nähe zum internationalen Flughafen Amsterdam sowie der A4 gelegene MPC Holland 72 Fondsobjekt mit einer Fläche von 3.600 Quadratmetern ist laut Fondsangaben an die Gesellschaft Kyocera Mita Europe B.V. vermietet.

Rechtslage und Handlungsmöglichkeiten für MPC Holland 72 Anleger, Problem Verjährung

Nach Auffassung von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Eser sollten sich betroffene MPC Holland 72-Anleger mit der vorliegenden Situation nicht abfinden und sich von einem auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Fachanwalt Zeit umgehend informieren und beraten lassen.

Insofern sollten betroffene Anleger wissen, dass sie schon jetzt, ohne auf das Ende der Beteiligung abwarten zu müssen, Schadensersatzansprüche auf Rückabwicklung, z. B. gegenüber Vertriebs- und Beraterbanken, geltend machen können.

Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Schaden schon durch die Unterschrift unter die Beitrittserklärung entstanden.

Anlageberater sind verpflichtet, anleger- und objektgerecht zu beraten!

Insofern müssen Berater von Banken und Sparkassen nicht nur vollständig und zutreffend über sämtliche Risiken und Nachteile sowie produktspezifische Besonderheiten aufklären, sondern vor allem auch den Anleger über die Existenz und genaue Höhe der zugeflossenen Vertriebsprovisionen/Rückvergütungen/Kick-Backs aufklären. Daneben müssen Anlageberater auch eine sogenannte Geeignetheitsprüfung vornehmen und prüfen, ob die ins Auge gefasste Kapitalanlage überhaupt mit den Anlagezielen des Anlegers übereinstimmt.

Kann in diesem Zusammenhang der Bank bzw. Sparkasse nur eine einzige Aufklärungspflichtverletzung nachgewiesen werden, so ist schon der auf vollständige Rückabwicklung gerichtete Schadensersatzanspruch entstanden.

Verjährung?

Geschädigte Anleger, die Schadensersatzansprüche geltend machen wollen, müssen, wie oben geschildert, das Laufzeitende der Beteiligung oder gar eine mögliche und nicht auszuschließende Insolvenz oder Liquidation einer Beteiligungsgesellschaft nicht abwarten.

Schon jetzt können innerhalb der im Hintergrund laufenden Verjährungsfrist Schadensersatzansprüche geltend gemacht und durchgesetzt werden. Weiteres Abwarten erhöht aber die Gefahr der Verjährung der Schadensersatzansprüche. Als verjährungsunterbrechende Maßnahme kommt insbesondere die Einreichung und Zustellung einer Klageschrift in Betracht. Insoweit gilt die regelmäßige Verjährungsfrist, die kenntnisabhängig von Schaden und Schädiger ist. Das bedeutet im Einzelnen, dass die Verjährung dann immer zum Jahresende, zum Stichtag 31. Dezember, zu laufen beginnt, indem der Anleger Kenntnis von der Falschberatung erhalten hat.

Die Anlegerschutzkanzlei Eser Rechtsanwälte vertritt hierbei bundesweit zahlreiche Anleger, die sich an dem streitgegenständlichen Immo-Fonds beteiligt haben. Bundesweit sind entweder Schadenersatzklagen wegen Falschberatung gegen verschiedene Banken und Sparkassen eingereicht worden oder werden aktuell vorbereitet. Der Anleger erhält danach sein Beteiligungskapital Zug um Zug gegen Übertragung seiner Beteiligungsrechte an die Bank/Sparkasse zurück. Zudem wird der Anleger von sämtlichen unmittelbaren und mittelbaren Nachteilen der Beteiligung freigestellt.

Eser Rechtsanwälte bieten interessierten Anlegern eine erste kostenfreie Information und Bewertung ihres Falls an. In diesem Zusammenhang können auch die einzelnen relevanten Aufklärungsfehler aufgezeigt werden. Auch wird die Korrespondenz mit einer Rechtsschutzversicherung kostenfrei übernommen. Weitergehende Informationen und Handlungsempfehlungen können auf der Kanzleihomepage abgerufen werden. Dort ist auch ein vorbereiteter Fragebogen abrufbar.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Eser ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Bank- und Kapitalmarktrecht des DeutschenAnwaltVereines. Darüber hinaus lehrt er im Fachbereich Finanzdienstleistungen als Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart (DHBW). Eine Zweigstelle der Kanzlei ist in Berlin/Friedrichstraße vorhanden.


Rechtstipp vom 29.10.2015
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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