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MS-Deutschland-Anleihe: Traumschiffbetreiber in Zahlungsnot?

Rechtstipp vom 22.09.2014
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16.09.2014: wie eine Reihe seriöser Wirtschaftsmedien, unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie das Handelsblatt berichten, verschärft sich offenbar die Situation der Betreibergesellschaft für das ZDF-Traumschiff MS Deutschland. Die Rating-Agentur Feri habe hier die Bonitätsnote für die Anleihe von B- auf CC gesetzt, die letztmögliche Stufe vor dem Zahlungsausfall. Das Traumschiff habe im vergangenen Jahr 2013 einen Verlust in Höhe von rund 5 Millionen € eingefahren, die weitere Prognose sei aufgrund schwacher Umsatzentwicklung und einer daraus resultierenden wahrscheinlichen Verschlechterung der gesamten finanziellen Situation negativ. Darüber hinaus ist für das Schiff für Ende des Jahres ein Werftaufenthalt geplant, was zusätzlich mindestens kurzfristig das Ergebnis belasten wird.

Wie wir bereits kürzlich berichtet hatten, waren die Halter der Anleihe von der Betreibergesellschaft angeschrieben und zu einer Gläubigerversammlung am 8. Oktober geladen worden. Hier soll ein Gemeinsamer Vertreter (GV) gewählt und installiert werden, für diesen Posten vorgeschlagen ist offiziell der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, um „die Interessen der Anleihegläubiger sachgerecht“ zu vertreten. Überdies werden die Inhaber der MS-Deutschland-Anleihe aufgefordert, einer Terminverschiebung für den im Dezember fälligen Kupon für das Zinspapier um rund ein halbes Jahr bis Ende Juni 2015 zuzustimmen. Darüber hinaus solle auf die Ausübung der eigentlich vertraglich festgelegten Kündigungsrechte verzichtet werden, ein weiterer Fall, in dem ganz offensichtlich die sogenannten Covenants (Nebenabreden) in der Prospektierung einer Mittelstandsanleihe ausgehebelt würden.

Besonders delikat aus Sicht der Anleihegläubiger sollte diese gesamte Gemengelage deswegen sein, weil die Emission über eine erstklassige Hypothek auf das „Traumschiff“ abgesichert ist – ebenso wie im übrigen die eigentlich nun im Dezember fällige Zinszahlung durch eine Kreditlinie der vorherigen Eigentümergesellschaft Aurelius. Diese stünde laut Christian Muschick, dem für Investor Relations zuständigen Manager der Betreibergesellschaft, sogar zum im wesentlichen gleichen Zinssatz wie die Anleihe zur Verfügung. Es würden insofern nur die Gläubiger ausgetauscht, wie die FAZ weiter ausführt. Der Kurs der Anleihe ist über das raue Fahrwasser der vergangenen Monate zwischenzeitlich auf unter 40 % des Nennwertes eingebrochen und spiegelt damit die massive Skepsis der Marktteilnehmer in Bezug auch auf die Zukunftsfähigkeit des hier in Rede stehenden Geschäftsmodells wider.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath empfiehlt ein weiteres Mal allen Betroffenen nachdrücklich, keinesfalls auf die hier vorliegenden Vorschläge einzugehen. Vielmehr sollte im Zweifelsfall vor dem Termin der Gläubigerversammlung entsprechend erfahrener anwaltlicher Rat eingeholt und weitere Schritte geprüft und eventuell in Angriff genommen werden. In einschlägigen seriösen Medien kommt immerhin mittlerweile auch der Begriff des sogenannten „Haircuts“ zur Sprache, darüber hinaus zeigt die Erfahrung der näheren Vergangenheit insbesondere im Segment der sog. Mittelstandsanleihen, dass in einem vergleichbaren Umfeld schnell weitere enteignungsgleiche Schritte folgen können. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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