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MS Deutschland: Traumschiff wird zum Haftungsfall, Schadenersatz für Anleger

Wir vertreten mittlerweile eine nicht unerhebliche Anzahl geschädigter Anleihegläubiger. Aufgrund der zwischenzeitlich vorliegenden Informations- und Aktenlage gehen wir davon aus, dass gegenüber dem ehemaligen Mehrheitseigner der MS Deutschland berechtigte Schadenersatzansprüche mit Erfolgsaussichten durchgesetzt werden können.

Im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens haben die Anleihebesitzer nur mit einer geringen Quote als Insolvenzgläubiger zu rechnen.

Die Grünwalder Privat-Equity-Firma Aurelius AG ist unserer rechtlichen Einschätzung nach Initiator und mitverantwortliche Gesellschaft für die Emission selbst. Sie ist aus unserer Sicht insbesondere prospektverantwortlich für den der Anleihe zugrunde liegenden Wertpapierverkaufsprospekt.

Der Wertpapierprospekt wurde für eine Inhaber-Teilschuldverschreibung mit einer 6,875-prozentigen Verzinsung in Höhe von bis zu 60 Millionen Euro ausgegeben. Die Laufzeit sollte 5 Jahre betragen von 2012 bis 2017. Bei der MS Deutschland handelt es sich um die MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH. Diese wiederum wird durch 92 Prozent durch die MSD Holding GmbH gehalten, deren Alleingesellschafterin die Aurelius AG ist. Die Emittentin ist Eigentümer des Hochsee-Kreuzfahrtschiffes „Deutschland“.

In den rechtsverbindlichen Anleihebedingungen der Gesellschaft wird unter § 11 „Besicherung der Anleihe“, dort im letzten Absatz, ausgeführt was folgt:

„Zur Absicherung der Zinszahlungsverpflichtungen der Emittentin hinsichtlich der ersten beiden Zinszahlungstage am 18. Dezember 2013 und am 18. Dezember 2014 wird die mittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Emittentin, die Aurelius AG, der Emittentin eine Kreditlinie maximal in Höhe der jeweiligen Zinszahlungsverpflichtung zur Verfügung stellen, welche von der Emittentin für den Fall abgerufen werden kann, dass diese Verpflichtung den Anleihegläubigern gegenüber nicht aus dem eigenen operativen Ergebnis geleistet werden kann.“

Diese Darstellung ist im Lichte der Fakten aus unserer Sicht potentiell haftungsbegründend. Im Dezember 2012 hatte Aurelius das schon damals defizitäre „Traumschiff“ mit der zugrunde liegenden Emission im Markt der sogenannten Mini-Bonds platziert. Trotz der in den Anleihebedingungen im Sinne einer Haftungsübernahme formulierten Zusage der Aurelius AG wurde seitens der Eignergesellschaft des Schiffes am 29. Oktober 2014 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Jeder Anleger musste jedoch bei Kenntnisnahme der Anleihebedingungen im Wertpapierprospekt davon ausgehen, dass die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft zumindest bis zum Ablauf des Jahres 2014 sichergestellt ist, eben durch die Kreditzusage in der Holdingstruktur. Die Darstellung ist insoweit mindestens unvollständig im Hinblick auf das mögliche Ereignis einer Insolvenz. Hiermit musste der besonnene Anleger beim Lesen nicht rechnen, da sich jedem durchschnittlichen Leser diese wirtschaftliche Übernahmeverpflichtung als Garantieschein darstellt, gerade um der Insolvenz vorzubeugen.

Ein weiterer möglicher Haftungsgrund ist das dem Prospekt zugrunde liegende Wertgutachten des Herrn Dipl.-Ing. Bernd Holst, durch welchen im Wege des Kurzwertgutachtens W354/12 unter dem Datum des 22.10.2012 der aktuelle Marktwert des Schiffes auf 100 Million US Dollar (zum damaligen Umrechnungskurs ca. 76,6 Millionen Euro) festgestellt wurde. Nach Presseberichterstattungen wurde der Wert des Schiffes durch Sachverständige auf maximal 20 Millionen Euro taxiert. Der jetzige Eigner Firma Absolute Nevada LCC hat das Schiff dem „Handelsblatt“ zufolge für 21 Millionen Dollar (rund 18,5 Millionen Euro) vom Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber gekauft.

Die Ansprüche halten wir für werthaltig, da die Mehrheitsgesellschafterin Aurelius AG als börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit dem Sitz in Grünwald bei München ausreichend Bonität aufweist, um im Falle der Verurteilung die den Anlegern zugesprochenen Schadensersatzansprüche zu bedienen.

Gerne können Sie sich unverbindlich in einem kostenlosen Ersttelefonat mit uns in Verbindung setzen.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath vertreten regelmäßig Anleger. Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist RA Wolfgang Wittmann.

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            Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann (ADWUS Rechtsanwälte) Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann

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