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Mündliche Prüfung: mangelhaft!

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Die mündliche Prüfung kann entscheidend sein für den erfolgreichen Abschluss eines Studiums. Bleibt die Note für diesen Prüfungsteil dann hinter den Erwartungen bzw. hinter der Notwendigkeit zurück, kann es gerechtfertigt sein zu prüfen, ob die Note tatsächlich korrekt ist.

Das Ergebnis einer mündlichen Prüfung zu überprüfen, ist eine besondere Herausforderung. Prüfer haben bekanntlich einen Beurteilungsspielraum, der eine nur eingeschränkte Kontrolle ihrer Beurteilung zulässt. Auch das offizielle Prüfungsprotokoll kann problematisch sein, z.B. dann, wenn es nur Stichworte enthält. Wer den Eindruck hat, dass seine Prüfungsleistung zu schlecht bewertet wurde, sollte ohne Verzögerung, also sehr zeitnah an die mündliche Prüfung, ein eigenes Gedächtnisprotokoll der Prüfung anfertigen. Dieses kann sehr große Bedeutung in einem Überdenkungs- bzw. Widerspruchsverfahren haben. Dabei ist darauf zu achten, dass das Gedächtnisprotokoll die mündliche Prüfung so widergibt, wie sie tatsächlich ablief, sie sozusagen 1:1 abbildet. Nicht hilfreich ist es im Übrigen, eine Leistung in das Protokoll zu schreiben, die man nicht erbrachte. Das fällt auf und lässt die Verwendbarkeit des Protokolls praktisch entfallen.

Auch dann, wenn der Prüfungsverlauf Hinweise darauf gibt, dass ein/e Prüfer/in möglicherweise voreingenommen, befangen oder unsachlich war, sollte man ihre/seine entsprechenden Bemerkungen an der passenden Stelle im Gedächtnisprotokoll vermerken.

Ein solches Gedächtnisprotokoll muss dann ebenfalls möglichst kurzfristig dem Prüfungsausschuss zur Kenntnis gebracht werden.


Rechtstipp vom 17.11.2011
aus der Themenwelt Prüfungen und dem Rechtsgebiet Verwaltungsrecht

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