Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Multi Advisor Fund klagt wieder

(2)

Nachdem es um die Multi Advisor Fund I GbR (MAF) in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden war, ist diese bzw. deren Geschäftsleitung aber wohl doch wieder dazu übergegangen, ihre „Gesellschafter“, d. h. die Anleger auf Zahlung vermeintlich rückständiger Raten zu verklagen.

Die MAF ignoriert hierbei hartnäckig die Tatsache, dass wiederholt rechtskräftig festgestellt wurde, dass eine Sittenwidrigkeit ihres Gesellschaftsmodells bzw. des zugrunde liegenden Vertragswerks vorliegt. So hat bspw. das OLG München bereits mit Urteil vom 28.11.2012 (3 U 1758/12) die Sittenwidrigkeit des Gesellschaftsvertrags festgestellt, da das Konzept der Gesellschaft allein darauf abzielt, an das Geld der späteren Mitgesellschafter zu gelangen (so u. a. auch schon OLG Frankfurt am Main mit Beschluss vom 02.06.2010, 18 U 19/10).

Offensichtlich wurde die Gesellschaft von vornherein dazu gegründet, um allein den Gründern und für sie verantwortlich Handelnden zu nutzen und diesen erhebliche Erträge zu ermöglichen. Die den Anlegern in Aussicht gestellte Gewinnerzielung durch Tätigung von Investitionen über Jahrzehnte hinweg, war hingegen von vornherein nicht beabsichtigt. Die Tätigkeit der MAF erschöpft sich auch jetzt darin, gegen seinerzeit geworbene Anleger gerichtlich vorzugehen, während sie auch viele Jahre nach ihrer Gründung noch keine der prospektierten Investitionen veranlasst hat und dies offensichtlich auch niemals beabsichtigte. Aufgrund der Sittenwidrigkeit des Vertrags ist die Beteiligung an der MAF I GbR ex tunc nichtig, sodass keinerlei vertraglichen Ansprüche gegenüber den Anlegern auf Zahlung von rückständigen und/oder zukünftigen Raten bestehen.

Nachdem die Verträge in der Regel in den Wohnungen der Anleger zustande gebracht wurden, ist auch heute noch ein Widerruf des Beitritts möglich, da die verwendete Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist, wie auch der Bundesgerichtshof bereits mit Urteil vom 22.05.2012 (II ZR 1/11) festgestellt hat, dass die Widerrufsbelehrungen der MAF I GbR und Capital Advisor Fund II GbR fehlerhaft sind.

Daher können Anleger auch heute noch ihren Beitritt widerrufen und ggf. sogar die Rückzahlung ihrer Einlagen (Einmalzahlung + Raten) verlangen.

Betroffenen Anlegen stehen wir für eine erste unverbindliche Prüfung auch weiterhin gern zur Verfügung, wie wir selbstverständlich auch für Rechtsschutzversicherte die Deckungsanfrage übernehmen.

hünlein rechtsanwälte – Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Wirtschaftsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.