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Muss ich Ausbildungsunterhalt für ein unerwartetes, spätes Studium meines Kindes zahlen?

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Eltern sind verpflichtet, ihren Kindern eine angemessene Berufsausbildung zu zahlen. Eine Unterhaltsverpflichtung kann jedoch dann unzumutbar sein, wenn das Kind bei Studienbeginn bereits 26 Jahre alt ist und der Unterhaltspflichtige auch nicht mehr mit Ausbildungskosten rechnen muss (BGH, Beschluss v. 3.05.2017, XII ZB 415/16).

In dem vom BGH entschiedenen Fall begann die Tochter das Medizinstudium aufgrund eines Notendurchschnitts von 2,3 erst sechs Jahre nach dem Abitur. Der Vater hatte seine Tochter zum letzten Mal getroffen, als diese 16 Jahre alt war. Auf seinen Brief im Jahr 2004, in welchem er ihr mitteilte, dass er aufgrund der erfolgreichen Ablegung ihres Abiturs davon ausgehe, keinen Unterhalt mehr zahlen zu müssen, erfolgte von seiner Tochter keine Reaktion. Daraufhin stellte er die Unterhaltszahlungen ein.

Laut dem BGH war dem Vater eine Unterhaltspflicht nicht mehr zumutbar, da er bei der knapp 26-jährigen Tochter nicht mehr mit der Aufnahme eines Studiums rechnen musste, zumal sie ihn nicht über ihre Pläne in Kenntnis setzte.

Im Vertrauen darauf, dass er keine Unterhaltsansprüche mehr erfüllen müsse, hatte er zudem mehrere Kredite aufgenommen. Dieses Vertrauen sei auch schützenswert gewesen, da ihn die Tochter trotz seines Briefes über ihre Ausbildungspläne in Unkenntnis ließ. (BGH, Beschluss v. 3.05.2017, XII ZB 415/16).

Setzen Sie sich, wenn Sie auf Ausbildungsunterhalt in Anspruch genommen werden, in Ihrem eigenen Interesse sofort mit einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl in Verbindung, um die Berechtigung der Ansprüche zu prüfen. Bei uns berät und vertritt Sie Rechtsanwalt Thomas Dittmar auf diesem Gebiet.


Rechtstipp vom 18.05.2017
aus der Themenwelt Familie und Beziehung und den Rechtsgebieten Familienrecht, Unterhaltsrecht

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