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Namensänderung nach einer Scheidung

Rechtstipp vom 11.04.2018
Rechtstipp vom 11.04.2018

Der Name ist ein lebenslanger Begleiter und Identifikation jedes Menschen. Doch wie verhält es sich mit dem Nachnamen? Dieser kann sich im Laufe des Lebens durch eine Heirat verändern. Die Ehegatten sollen hierbei gem. § 1355 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) einen gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) bestimmen.

Ehegatten wollen ihren Namen ändern

Die Ehegatten haben nach der Scheidung die Möglichkeit, ihren gemeinsamen Ehenamen zu behalten oder einen vormalig getragenen Familiennamen oder den Geburtsnamen wieder anzunehmen. Auch eine Doppelnamenkonstellation aus den ehemaligen Ehenamen ist machbar. Sie sind hierbei nicht an eine Frist gebunden.

Scheidung muss rechtskräftig sein

Voraussetzung für eine Namensänderung ist, dass die Ehe rechtskräftig geschieden wurde. Das ist der Fall, wenn entweder beide Ehegatten im Scheidungstermin auf Rechtsmittel verzichtet haben oder wenn keiner der Ehegatten innerhalb eines Monats gegen den Scheidungsbeschluss durch einen Anwalt Einspruch erhoben hat. Die Rechtskraft des Scheidungsverfahrens ist erst dann gegeben, wenn der Rechtskraftvermerk auf dem Scheidungsbeschluss ergänzt wird. Im Trennungsjahr ist dies noch nicht möglich.

Kinder wollen ihren Namen ändern 

Wenn die Eltern ihren Familiennamen ändern, dann sollen die Kinder meistens den gleichen Namen tragen. Gerade wenn man eine neue Ehe eingeht und Kinder aus der neuen Ehe entstehen, sollen die Kinder aus erster Ehe nicht ausgegrenzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass eine Namensänderung nur möglich ist, wenn das Kind bei dem Elternteil wohnt, der die Namensänderung wünscht, und der Elternteil das alleinige Sorgerecht hat. Bei einem gemeinsamen Sorgerecht muss der andere Elternteil zustimmen, egal ob das Kind den Namen der Mutter oder des Vaters trägt. Ist das Kind älter als fünf Jahre, dann muss es der Namensänderung zustimmen. Wurde das Kind bei Eheschließung einbenannt, das heißt, es erhält den veränderten Ehenamen, dann ist eine weitere Änderung nach einer eventuell erneuten Scheidung nicht mehr möglich.

Namensänderung im Standesamt

Die Namensänderung wird bei dem Standesamt durchgeführt, wo auch die Hochzeit stattfand und das das Familienbuch führt. Nach einem Umzug können Sie das auch an Ihrem neuen Wohnort erledigen, der Antrag wird dann an das frühere Standesamt weitergeleitet.

Unterlagen, die mitzubringen sind

Für die Namensänderung nach einer Scheidung sind der Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk und der Personalausweis oder Reisepass mitzubringen. Wenn Sie umgezogen sind, müssen Sie außerdem eine beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister bzw. des Heiratseintrags der letzten Ehe vorlegen.

Kosten einer Namensänderung

Im Auge zu behalten ist, dass ca. 25 Euro Kosten für Beglaubigungs- und Beurkundungsgebühren anfallen sowie 10 Euro für beglaubigte Abschriften aus dem Familienbuch. Häufig wird jedoch vergessen, dass auch für die Änderung wichtiger Dokumente wie Personalausweis, Scheckkarten usw. nochmals Kosten anfallen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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