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NCI New Capital Invest – und wieder ein Insolvenzverfahren eröffnet

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Diesmal: NCI New Capital Invest USA 11 GmbH & Co. KG

Mit Eröffnungsbeschluss vom 02. Januar 2018 wurde über das Vermögen der NCI New Capital Invest USA 11 GmbH & Co.KG das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Geschäftstätigkeit belief sich auf das Aufspüren, die Förderung, die Verarbeitung und den Vertrieb von Erdöl und Erdgas weltweit, zuerst und insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika als auch Erwerb, Halten und Veräußerung von Aufspür-, Förder-, und Mineralgewinnungsrechten, Nießbrauch u. a.

Diese Gesellschaft wurde über das Emissionshaus NCI New Capital Invest, welche zum Firmengeflecht rund um Herrn Malte Andre Hartwieg gehört, 2010 aufgelegt. Staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Herrn Hartwieg wurden wohl schon 2013 aufgenommen und bisher nicht abgeschlossen.

Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die an die Anleger erfolgten Ausschüttungen durch das Kapital der Neuanleger finanziert wurde – das wäre dann ein klassischer Fall eines sogenannten „Schnellballsystems“.

Bereits 2014 wurde für zahlreiche Firmen, die zum Firmengeflecht der NCI und der Selfmade Capital gehörten, ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Weitere Anträge für weitere Firmen des Geflechts folgten im Jahr 2015. Teilweise wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt, teilweise wurde das Verfahren mangels Masse nicht eröffnet, teilweise erfolgte die Eröffnung des Insolvenzverfahrens – wie hier. In vielen Fällen steht jedoch eine Entscheidung jedoch noch aus.

Die Liste der betroffenen Firmen ist lang. „Gern geben wir Ihnen auf Anfrage dazu Auskunft“, erklärt Sandra Lingnau, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Was können Anleger der NCI und der Selfmade Capital tun?

a) im Insolvenzverfahren

Dies hängt davon ab, in welcher Form die Anleger ihr Geld investiert haben. Als mittelbarer Gesellschafter steht ihnen grundsätzlich kein Schadensersatzanspruch gegen die Fondsgesellschaft zu, der im Rahmen des Insolvenzverfahrens geltend gemacht werden könnte. In Betracht kommt lediglich unter bestimmten Voraussetzungen die Kündigung oder der Widerruf der Beteiligung. Dann könnten sich Ansprüche auf ein Auseinandersetzungsguthaben ergeben, welche im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden könnten.

Als Inhaber von Genussrechten könne diese Rechte zwar grundsätzlich zur Tabelle im Insolvenzverfahren angemeldet werden. Dies jedoch zunächst nur dann, wenn keine Nachrangigkeit der Genussrechte vereinbart wurde. Ob das zutrifft, muss anhand der konkreten Vertragsunterlagen im Einzelfall geprüft werden.

b) sonstige

Sofern Ihnen die Beteiligung oder die Genussrechte über einen Anlageberater oder Anlagenvermittler zugetragen und vermittelt wurde, kommen Ansprüche wegen fehlerhafter Beratung im weitesten Sinn in Betracht. Diese verjähren taggenau 10 Jahre von ihrer Entstehung an – also ab Unterzeichnung der Vertragserklärung / Beitrittserklärung oder 3 Jahre ab Kenntnis der anspruchsbegründenden Tatsachen. „Wann diese Kenntnis beim Anleger vorlag oder hätten vorliegen müssen, bedarf stets einer Einzelfallprüfung“, gibt Sandra Lingnau, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht zu bedenken.

Rechtsanwältin Lingnau, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, bearbeitet seit Jahren verschiedenste Mandate aus dem Kapitalanlagerecht und ist sowohl außergerichtlich wie gerichtlich sehr erfahren.


Rechtstipp vom 10.01.2018
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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            Rechtsanwältin Sandra Lingnau (Lingnau Rechtsanwälte) Rechtsanwältin Sandra Lingnau

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