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Neue Möglichkeiten für Anleger der TIV Trendinvest GmbH & Co. Umweltfonds KG und der TIV Trendinvest GmbH

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Es klang fast zu gut, um wahr zu sein: Mit dem schönen Versprechen, man könne „von einer sauberen Umwelt profitieren“, wandte sich der TIV Trendinvest Umweltfonds an Anleger, die „eine verlässliche und sinnvolle Investitionsmöglichkeit mit sauberer Rendite suchen“. Im häufigen Glauben, eine sichere Anlage für die Altersvorsorge zu erwerben – teils auch bestärkt durch Beratungsgesellschaften – zeichneten die Anleger scharenweise die Beteiligungen der TIV Trendinvest GmbH & Co. Umweltfonds KG und der TIV Trendinvest GmbH & Co. Umweltfonds 2 KG, oft ohne zu wissen, dass sie sich hierdurch an einer riskanten unternehmerischen Beteiligung beteiligen und ein erhöhtes Totalverlustrisiko besteht, wie KAP Rechtsanwälte, die auf die Vertretung geschädigter Kapitalanleger spezialisiert sind, berichten.

Der Bundesgerichtshof (kurz BGH) hat in seinem aktuellen Urteil vom 02.07.2015 AZ III ZR 149/14 erneut deutlich gemacht, dass über der Anleger anhand seiner Anlageziel zu beraten ist. Stellt der Anleger erst recht auf eine Anlage zur Altersvorsorge ab, ist er zudem über eine mangelnde sog. Fungibilität, dh. die nicht einfache Veräußerung seine Anlage, aufzuklären.

KAP Rechtsanwälte haben bereits Klage auf Schadensersatz eingereicht. Rechtsanwältin Vanessa Kiggen erläutert hierzu: „In den von uns vertretenen Fällen wurde nicht darüber aufgeklärt, dass bei diesem Fonds keine Möglichkeit besteht, bei einem vorzeitigen Bedürfnis, wie etwa bei Arbeitslosigkeit oder krankheitsbedingtem Verlust, seine angelegten Mittel wieder liquide zu machen. Über diese Risiko ist aufzuklären.“ Mit dieser Klage wird begehrt, dass der Anleger so zu stellen ist, als hätte er nie gezeichnet; d.h. er erhält gegen Übertragung des Fondsanteils seine eingezahlten Beträge zurück und wird von weiteren Zahlungsverpflichtung, auch aus einer etwaigen Finanzierung, freigestellt.

Umso erfreulicher, dass nun das Landgericht Berlin[1] einer Anlegerin Schadensersatz zugesprochen hat, da die Beratungsgesellschaft fehlerhaft beraten und insbesondere nicht darauf hingewiesen hatte, dass sich die Beteiligung an der TIV Trendinvest GmbH & Co. Umweltfonds KG gerade nicht zur Altersvorsorge eigne. Angesichts des Totalverlustrisikos, dem Risiko der Rückforderung von erhaltenen Ausschüttungen sowie mangelnder Fungibilität war die Beteiligung nicht auf die Anlegerin und deren Anlageziele. Ein Urteil, dass mit der BGH-Rechtsprechung vom 02.07.2015 AZ III ZR 149/14 im Einklang steht.

Wir empfehlen Anlegern, die sich mit der aktuellen Situation nicht abfinden wollen, sich über ihre Handlungsalternativen zu informieren. „Die riskanten Unternehmensbeteiligungen wurden den von uns vertretenen Anlegern oft von den Beratern bzw. Vermittlern als sichere Anlage zum Vermögensaufbau oder sogar Altersvorsorge, häufig zusammen mit einer Fremdfinanzierung empfohlen. Diese spekulativen Unternehmensbeteiligung mit hohen (Verlust-) zu Risiken eignen sich aber gerade nicht als sichere Anlagen, erst recht nicht zusammen mit einer Fremdfinanzierung.“ berichtet Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thorsten Krause, Partner der Kanzlei KAP Rechtsanwälte.

Betroffenen Anlegern der TIV Trendinvest Umweltfonds ist daher eine Beratung durch einen hierauf spezialisierten Rechtsanwalt zu empfehlen.

[1] In diesem Verfahren wurde die Klagepartei nicht von der Kanzlei KAP Rechtsanwälte vertreten


Rechtstipp vom 28.07.2015
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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