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Neuer Abzockversuch: Waldemar Brunner mit dem Regionalen Medien Verlag auf Telefonakquise

Rechtstipp vom 25.04.2016
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Rechtstipp vom 25.04.2016
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Und wieder versucht sich einer neuer „Verlag“ mit einem Branchenverzeichnis der vollkommen nutzlosen Art: ein sogenannter „Regionaler Medien Verlag“, Inhaber angeblich ein Herr Waldemar Brunner, ansässig angeblich in der Ahornstraße 73, 65933 Frankfurt am Main tritt in die Fußstapfen anderer Verlage und versucht es durch unzulässige Cold-Calls zu Wohlhaben zu kommen.

Meine Mandanten schildern mir etwa Folgendes: Es ruft eine Person mit einer Telefonvorwahl 0341 (= Leipzig) an und teilt mit, es müsse überprüft werden, ob die vorliegenden Daten des Adressaten noch zutreffend wären. Es werden sodann die richtigen Daten genannt. Der/Die Anrufer/in teilt mit, dass die Zeit des kostenlosen Eintrags vorbei sei, der Vertrag habe sich nunmehr verlängert, weil die automatische Verlängerung aktiv war und die Kündigungsfrist verpasst wurde. Zudem, so angeblich die Anruferin gäbe es ein neues Gesetz, wonach die Anbieter verpflichtet seien, telefonisch nachzufragen, ob diese Vertragsverlängerungen in Ordnung gehen würden.

Spätestens jetzt sollten alle Alarmglocken schrillen. Ein solches Gesetz gibt es nicht, derartigen Unsinn lassen sich nur entsprechende Abzocker-Firmen einfallen. Ist der Angerufene verwundert über die kostenpflichtige Verlängerung, wird mitgeteilt, dass einem das ja persönlich leid tue, das Gesetz dies aber so vorsehen würde, da könne man nichts machen. Man könne aber dem Kunden entgegenkommen und statt der zweijährigen Verlängerung zu € 799,00 eine Reduzierung bei sofortiger Löschung zu € 399,00 bzw. € 499,00 veranlassen. Dies ginge zwar eigentlich nur, wenn das Geschäft nicht mehr betrieben wird oder in Insolvenz gegangen sei, die Mitarbeiterin würde das aber auf sich nehmen und eine entsprechende Abänderung zu Gunsten des Kunden vornehmen.

Spätestens hier soll der Angerufene einknicken und dankbar sein, dass der Regionale Medien Verlag so kulant ist.

Es folgt sodann nach wenigen Minuten ein Kontrollanruf, bei dem nur noch die Daten abgefragt werden sollen.

Nun schildert mir meine Mandantschaft, dass sie während des Kontrollanrufs mehrfach darauf hingewiesen hat, dass sie keine Rechnung und insbesondere natürlich keinen Vertrag wünsche. Hierauf wurde mitgeteilt, dass Sie bitte nur mit Ja oder Nein antworten möge, da ansonsten automatisch die Bandaufzeichnung gestoppt würde. Auch dies dürfte wieder vollkommener Unfug sein, wird aber dazu benutzt, die „Kunden“ zu mehreren Antworten mit „Ja“ zu bewegen.

Meine Mandantschaft teilt mir weiterhin mit, dass sie trotz mehrfachen Hinweises, keinen kostenpflichtigen Vertrag zu wünschen, nunmehr tatsächlich eine Rechnung erhalten hat.

Gegen solche Machenschaften kann man sich wehren. Meistens können die Telefonabzocker durch entsprechende Bandaufzeichnungen den Eindruck eines Vertragsschlusses nachweisen. Ob Bandaufzeichnungen hierbei gefälscht werden oder nicht, kann dahin stehen, kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren, wäre es nicht neu, dass ein Richter davon überzeugt ist, dass ein wirksamer Vertrag zu Stande gekommen ist.

Gleichwohl gibt es Möglichkeiten, den Telefonabzockern die Freude an der Forderungsbeitreibung zu vermiesen.

Interessant ist auch der Internetauftritt unter regionalermedienverlag.de. Die Seite ist höchst unprofessionell und billig programmiert. Auch die Inhalte sind nicht gerade überzeugend. Sucht man nach einem Rechtsanwalt in München, erhält man gerade einen einzigen Eintrag, sucht man nach einem Rechtsanwalt in Frankfurt erhält man die Mitteilung „es ist ein Fehler aufgetreten“, sucht man nach einem Medien Verlag in Frankfurt, könnte man eigentlich davon ausgehen, dass Herr Waldemar Brunner mit seinem Regionalen Medien Verlag selbst eingetragen wäre. Dem ist aber nicht so, man findet bei entsprechender Suche ein Kosmetikstudio. Das vorgehaltene Branchenverzeichnis ist also absolut nutzlos.

Ich rate jedem, der entsprechende Telefonanrufe erhält, sich überhaupt nicht auf Diskussionen einzulassen, sondern sofort aufzulegen, wenn er einen entsprechenden Kontakt und insbesondere einen entsprechenden kostenpflichtigen Vertrag nicht wünscht.

Wer auf die Masche hereingefallen ist, sollte sich schnellstmöglich professioneller Hilfe bedienen.

Für weitergehende Informationen und eine erste telefonische Kontaktaufnahme stehe ich immer gerne zur Verfügung.


aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Zivilrecht

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