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Nicht nur bei Amazon - Leiharbeit gemäß AÜG ist erlaubt

Rechtstipp vom 22.02.2013
(26)
Rechtstipp vom 22.02.2013
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Nicht nur bei Amazon - Leiharbeit gemäß AÜG ist erlaubt
Der Versandhandel muss mit saisonalen Schwankungen zurechtkommen.
Amazon ist der Online-Versandhändler, bei dem viele Millionen Deutsche in den letzten Jahren ihre Bestellungen aufgegeben haben. Doch nach einer Fernsehreportage tobt in den Medien eine Diskussion um den Einsatz von Leiharbeitnehmern. Grund genug, das System der Leiharbeit in einem kurzen Überblick darzustellen.

Wie Leiharbeit funktioniert

Egal ob von Leiharbeit, Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung gesprochen wird, das Prinzip ist immer das gleiche:

Der Arbeitnehmer schließt seinen Arbeitsvertrag mit der Leiharbeitsfirma, dem sogenannten Verleiher, ab. Der beschäftigt ihn aber nicht in einem eigenen Betrieb, sondern verleiht ihn mit dessen Einverständnis an ein anderes Unternehmen. Dieses bezeichnet man als Entleiher. Dort erbringt der beschäftigte Leiharbeitnehmer schließlich seine tatsächliche Arbeitsleistung.

Der Verleiher bleibt rechtlicher Arbeitgeber und hat insbesondere auch den Lohn zu zahlen. Für die arbeitsrechtlichen Dinge wie Abmahnung oder Kündigung bleibt er ebenfalls verantwortlich. Dafür erhält er natürlich vom Entleiher eine Bezahlung, beispielsweise in Form eines festen Stundensatzes.

Der Entleiher kann im Gegenzug auf die Arbeitsleistung des Zeitarbeiters zurückgreifen und damit zusammenhängend das Weisungsrecht zur Bestimmung der konkreten Tätigkeit ausüben. Das heißt, der Entleiher darf dem Leiharbeitnehmer - soweit das von seinem Arbeitsvertrag gedeckt ist - sagen, was er zu tun hat.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

Geregelt ist die Leiharbeit im Gesetz zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (AÜG). Danach benötigt ein Leiharbeitsunternehmen gemäß § 1 AÜG grundsätzlich eine behördliche Erlaubnis. Die kann in begründeten Fällen auch widerrufen oder zurückgenommen werden.

Nach § 9 Abs. 2 AÜG sollen Leiharbeitnehmer ebenso behandelt werden wie Beschäftigte, die direkt bei dem jeweiligen Unternehmen angestellt sind. Insbesondere sollen sie auch das gleiche Arbeitsentgelt erhalten. Diese Grundsätze werden als „equal pay" und „equal treatment" bezeichnet, gelten aber nicht uneingeschränkt. Gesetzliche Ausnahmen gibt es für vorher Arbeitslose. Aber auch in einem Tarifvertrag sind abweichende Bestimmungen möglich.

(ADS)

Foto : ©Fotolia.com/Macro


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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