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Niederländisches Erbrecht

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Die Rechtsgrundlage ist das niederländische BGB, das sogenannte Burgerlijk Wetboek (BW). Eins der auffälligsten Unterschiede zum deutschen Erbrecht ist, dass das handschriftliche Testament, im Gegensatz zu Deutschland nur von nachrangiger Bedeutung ist. 

In Artikel 4:97 BW steht eine abschließende Aufzählung von dem, was im handschriftlichen Testament geregelt werden darf, wie z. B. die Bestattung und Grabpflege oder die Verteilung von sehr persönlichen Gegenständen. Das notariell erstellte Testament ist daher in den Niederlanden die bedeutsamste Form (art. 4:98 ff. BW). 

Im Erbverfahrensrecht kennt das niederländische Erbrecht, wie in Deutschland die Ausschlagung und die vorbehaltlose Annahme der Erbschaft mit unbeschränkter Haftung der Erben für Nachlassverbindlichkeiten (zuivere aanvaarding, art. 4:192 lid 1 BW). 

Die Niederlande kennt jedoch dazu noch die bedingte Annahme unter dem Vorbehalt der Inventarerrichtung (beneficiaire aanvaarding, art. 4:192 lid 4 BW). 

Wenn ein Nachlassabwickler vorhanden ist, können die Erben nicht ohne seine Mitwirkung über die Gegenstände des Erbes verfügen (art. 4:202 ff BW). Bei der Abwicklung des Erbfalls werden die wichtigsten Tatsachen im Nachlassregister, das sogenannte boedelregister, beim Landgericht eingetragen. 

Artikel 3:83 BW bestimmt, was übertragbar und damit auch vererbbar ist. Auf Grund dieses Gesetzes ist nicht nur Eigentum übertragbar, sondern auch begrenzte Rechte, wie z. B. die Hypothek und Forderungen, es sei denn die die Übertragbarkeit ist vom Gesetz oder vertraglich ausgeschlossen oder die Rechtsnatur lässt Übertragbarkeit nicht zu. 

Wie Sie sehen, gibt es einige Unterschiede zum deutschen Erbrecht. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie mehr Fragen zu diesem Thema haben. 


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht | Niederländisches Recht

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