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Niki-Insolvenz – Infos für Reisende

Rechtstipp vom 14.12.2017
Rechtstipp vom 14.12.2017

Nachdem die Deutsche Lufthansa Abstand von einer Übernahme der Air Berlin-Tochter Niki Luftfahrt GmbH genommen hat, musste diese den Flugbetrieb einstellen und Insolvenz anmelden.

Fluggäste, die im Rahmen einer schon angetretenen Pauschalreise einen Flug mit Niki nutzen wollten, sollten sich umgehend an Ihren Reiseveranstalter wenden und eine Ersatzbeförderung verlangen. Der Veranstalter hat als Vertragspartner des Reisevertrages ohne Mehrkosten für eine Ersatzbeförderung zu sorgen. Kommt der Veranstalter seiner entsprechenden Pflicht nicht nach, können Reisende sich selbst Ersatz besorgen und die Mehrkosten erstattet verlangen. Kann Ersatz nur zu anderen Zeiten beschafft werden, kommen auch weitere Ansprüche, etwa auf Reisepreisminderung, in Betracht.

Ist die Reise noch gar nicht angetreten worden und wird vom Veranstalter keine geeignete Ersatzverbindung in den Urlaub zur Verfügung gestellt, so kann die ganze Reise gekündigt werden. Das gilt auch für erhebliche Beeinträchtigungen infolge eines Ersatzfluges, etwa einem Nachtflug statt einem vereinbarten Tagflug oder bei Änderung der Reisedaten. Der Reisepreis ist dann vollständig zu erstatten, mitunter kann wegen Reisevereitelung auch Schadensersatz verlangt werden.

Betroffene sollten sich nicht in eine "Stornofalle" begeben. Eine Stornierung führt - anders als Kündigung oder Rücktritt - zu Stornokosten, die vom Reisenden zu tragen sind. Bei entsprechenden Aufforderungen zur Stornierung seitens des Reiseveranstalters ist also größte Vorsicht geboten.

Reisende mit einer Nurflugbuchung bei Niki genießen nicht den Schutz durch einen Veranstalter und werden sich selbst um Ersatz bemühen müssen. Nach Angaben von Niki bieten verschiedene Fluggesellschaften zu geringen Entgelten Ersatzverbindungen aus den Urlaubsregionen nach Österreich, nach Deutschland und in die Schweiz an. Eine Rückerstattung eines bereits bezahlten Flugpreises kann nicht erwartet werden. Bei einer Zahlung über eine Kreditkarte, empfiehlt sich der Versuch, eine Rückbuchung der Zahlung durch die Kreditkartengesellschaft zu erwirken.

Handelte es sich um einen Niki-Flug in Durchführung für Eurowings, der etwa über Eurowings verkauft wurde, so hat m. E. Eurowings fluggastrechtliche Ansprüche zu erfüllen. Neben der Beschaffung einer Ersatzverbindung sind auch Betreuungsleistungen zu erbringen. Bei Flugausfall fällt eine pauschale Ausgleichszahlung an.

Wir stehen bei Fragen und Problemen gerne zur Verfügung und wünschen trotz der Umstände allzeit gute Reise!

Ihr Rechtsanwalt Michael Habeck 


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Reiserecht

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