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Notar informiert: Welche Steuern fallen beim Immobilienkauf an?

  • 2 Minuten Lesezeit

Beim Kauf einer Immobilie können zahlreiche Steuern wie die Grunderwerbsteuer, Spekulationssteuer, Umsatzsteuer, Schenkungssteuer und die Grundsteuer relevant sein. Käufer und Verkäufer sollten drohende Steuern und Freibeträge sorgfältig prüfen (lassen), bevor der Grundstückskaufvertrag abgeschlossen wird.

Grunderwerbssteuer von bis zu 6,5 %

Beim Grundstückskauf fällt in der Regel Grunderwerbssteuer an. Der Hebesatz der Grunderwerbsteuer variiert zwischen den Bundesländern. Maßgeblich ist jedoch stets der Kaufpreis, auf dessen Grundlage die Grunderwerbsteuer berechnet wird. Im Folgenden wird die Höhe der Grunderwerbssteuer der einzelnen Bundesländer aufgelistet (Stand: 1. Mai 2022):

  • Baden-Württemberg: 5 %
  • Bayern: 3,5 %
  • Berlin: 6%
  • Brandenburg: 6,5 %
  • Bremen: 5 %
  • Hamburg: 4,5 %
  • Hessen: 6 %
  • Mecklenburg-Vorpommern: 6 %
  • Niedersachsen: 5 %
  • Nordrhein-Westfalen: 6,5 %
  • Rheinland-Pfalz: 5 %
  • Saarland: 6,5 %
  • Sachsen: 3,5 %
  • Sachsen-Anhalt: 5 %
  • Schleswig-Holstein: 6,5 %
  • Thüringen: 6,5 %

Eine mögliche Maßnahme, um Grunderwerbssteuer zu sparen, ist, dass die mitverkauften beweglichen Sachen im Grundstückskaufvertrag als separate Posten, aus denen sich der Kaufpreis teilweise zusammensetzt, ausgewiesen werden. Auf diese Sachen ist dann keine Grunderwerbssteuer zu zahlen. Beispielsweise kann so eine mitverkaufte Einbauküche von der Grunderwerbssteuer ausgenommen werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da unverhältnismäßig hohe Beträge vom Finanzamt geahndet werden. Gleichzeitig kann sich der Kauf von beweglichen Sachen nachteilhaft bei der Finanzierung des Immobilienkaufs auswirken.

In nur wenigen Fällen fällt ausnahmsweise keine Grunderwerbsteuer an. Dies ist meist dann der Fall, wenn es sich um einen Verkauf oder eine Schenkung innerhalb der engsten Familie handelt.

Spekulationssteuer beim gewinnbringenden Immobilienverkauf

Wenn die Immobilie vor Ablauf von zehn Jahren, nachdem sie erworben wurde, gewinnbringend verkauft wird, fällt Spekulationssteuer an. Die Höhe dieser richtet sich nach dem persönlichen Steuersatz, wobei nur die gewinnbringende Differenz zum ursprünglichen Kaufpreis versteuert werden muss. Mögliche Abzugsposten von dem Differenzbetrag können beispielsweise Maklerkosten oder Modernisierungsarbeiten sein. Es gibt auch Fälle, in denen keine Spekulationssteuer verrichtet werden muss, vor allem wenn die Immobilie vom Verkäufer selbst bewohnt wurde. Im Einzelfall ist es ratsam steuerliche Beratung in Anspruch zu nehmen, falls Spekulationssteuer drohen sollte.

Grundsteuer trifft Erwerber erst nach Nutzen-und-Lasten Wechsel

Die Grundsteuer ist keine sich unmittelbar aus dem Kauf ergebende Steuer. Allerdings sollte sie bei einem Grundstückskauf mitbedacht werden. Abhängig vom Inhalt des Grundstückskaufvertrags hat der Erwerber die Grundsteuer nach erfolgten Nutzen- und-Lasten Wechsel des Grundstücks zu tragen.

Je nach Vertragsgestaltung können auch Umsatzsteuer oder Schenkungssteuer beim Immobilienkauf anfallen.

Sie brauchen rechtliche Unterstützung beim Immobilienkauf? Melden Sie telefonisch (06142 – 177 86 80) oder online. Behnam Yazdani ist Rechtsanwalt spezialisiert auf Immobilienrecht und Notar mit Amtssitz in Rüsselsheim (Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach).

Foto(s): @pixabay.com/ stevepb

Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Grundstücksrecht & Immobilienrecht, Steuerrecht

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