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Online-Shop liefert nicht - was tun?

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Der Onlineshop liefert die bezahlte Ware nicht? Was tun? Sie haben das Problem, dass der Verkäufer oder Onlinehändler eines Verkaufsportals (eBay, Amazon) die bezahlte Ware nicht liefert? Je nach Bezahlmethode und Ziel („Geld zurück”) unterscheiden sich die rechtlichen Möglichkeiten.

Ware nicht erhalten – Geld über PayPal zurückholen

Wenn Sie eine PayPal Bezahlung durchgeführt haben und ihr Geld „zurückholen” wollen, besteht ein einfacher Weg in der Eröffnung eines Antrags auf Käuferschutz. Zunächst müssen Sie das „Problem melden”.

Nach 2 Wochen haben Sie die Möglichkeit, einen Käuferschutz-Fall zu eröffnen. Mit einem Telefonanruf bei dem PayPal-Kundenservice – 0800 723 4500 – können Sie den Käuferschutz unter Umständen früher beantragen. Schildern Sie möglichst genau den Vorfall (unter Nennung von Zeugen).

Es obliegt dem Verkäufer zu beweisen, dass die Ware ausgeliefert wurde, z. B. per Sendungsnummer, jedoch stellt sich der Onlineshop-Betreiber, eBay- oder Amazon-Verkäufer häufig quer. Hier bedarf es möglicherweise anwaltlichen Nachdrucks, um Ihr Geld zurückzuerlangen.

Geld zurück vom Onlinehändler bei Sofort-Überweisung, Lastschrift und Kreditkarte

Haben Sie Sofort-Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte als Bezahlmethode gewählt, die Ware ist dennoch nicht geliefert worden und Sie wollen nun Ihr Geld zurück? Sie können, wenn Sie sicher sind, dass der Onlineshop-Betreiber die Ware nicht ordnungsgemäß ausgeliefert hat, der Lastschrift widersprechen. Dies geht auch bei Kreditkarten-Zahlungen. Haben Sie Vorkasse oder Sofort-Überweisung gewählt, sind Sie auf eine Rücküberweisung des Verkäufers angewiesen. Um Ihr Geld vom Onlineshop-Betreiber rechtswirksam zurückzufordern, müssen Sie zunächst vom Kaufvertrag zurücktreten. Hier bedarf es möglicherweise anwaltlicher Kenntnis, um die Geld-Zurück-Forderung rechtssicher zu gestalten.

Schadensersatz wegen zu später Lieferung durch den Onlineshop

Unter Umständen können Sie nach Fristsetzung neben dem Rücktritt, Schadensersatz statt der Leistung bzw. Schadensersatz wegen Verzugs (verspäteter Lieferung) geltend machen, wenn etwa Ihr Betrieb von der Lieferung abhängt. Es muss nachvollziehbar und bezifferbar sein, in welche Höhe Ihnen ein Schaden entstanden ist, dies kann auch entgangener Gewinn sein. Für Einschätzungen, ob und in welcher Höhe Ihnen Schadensersatz gegen den Onlineshop-Betreiber wegen nicht gelieferter Waren zusteht, berate ich Sie gerne recht-freundlich.

Nicht erhaltene Ware vom Onlineshop anfordern, mahnen und Frist setzen

Wenn sie weiterhin die Lieferung der Ware vom Händler oder Onlineshop-Betreiber wünschen, empfiehlt sich eine Mahnung. Dies versetzt den Verkäufer nach Ablauf einer Frist in Verzug, gleichzeitig können Sie nach Ablauf der Frist vom Kaufvertrag zurücktreten.

Onlineshop liefert nicht – Anzeige stellen / drohen

Bei einer Anzeige bei nicht erhaltener Ware gegen den Onlineshop-Betreiber ist Vorsicht geboten. Solange Sie die Rechtslage nicht kennen, könnte Ihnen das Drohen mit einer unrechtmäßigen Anzeige als Nötigung ausgelegt werden. In jedem Fall ist unser Tipp erst einmal, das Gespräch zum Verkäufer zu suchen. Da dieser an einer Negativbewertung nicht interessiert ist, regeln sich die meisten Versandprobleme wegen nicht gelieferter Waren von selbst.

Mit Negativbewertung drohen bei nicht erhaltener Ware

Auch bei einer vorschnellen Negativbewertung ist Vorsicht geboten. Ist die Ware fristgemäß und ordnungsgemäß ausgeliefert worden, kann der Verkäufer Sie theoretisch rechtswirksam zur Entfernung der negativen Bewertung auffordern.

Gerne berät Sie unser IT-Rechtsexperte Thomas Feil von recht-freundlich.de rund um Ihre Fragen „Ware nicht erhalten” bzw. „Geld-zurück”, wenn der Onlineshop nicht liefert.


Rechtstipp vom 29.08.2017
Aktualisiert am 19.12.2017
aus dem Rechtsgebiet IT-Recht

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