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Opferhilfe ist Opfervertretung

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Schnell ist man Opfer einer Straftat geworden, ohne dass man es vorhersehen oder gar verhindern konnte. Ob das Opfer bedroht wurde, an ihm eine Körperverletzung begangen wurde, es Mobbing, Nachstellung (Stalking), häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung oder gar eine Vergewaltigung erleiden musste, ändert nichts an der hilflosen Lage, in der sich zu schützende Opfer häufig befinden. Opfer von Straftaten müssen aus denen gegen sie begangenen strafbaren Handlungen materielle Schäden, physische oder psychische Schädigungen hinnehmen.

Nicht selten liegen alle drei Beeinträchtigungen gleichzeitig vor. Dies gilt auch für die Hinterbliebenen von Opfern von Tötungsdelikten. Anschließend werden Opfer noch vor die für sie psychisch äußerst hohe Belastung und Herausforderung gestellt, dass sie den Tathergang vor mehreren Stellen wiedergeben und das Erfahrene dabei anschließend nochmals „durchleben“ müssen (vor Personen im sozialen Umfeld, Polizei, Ärzten, vor Gericht und teilweise sogar gegenüber den Medien).

Damit Opfer von Straftaten geschützt werden, nicht auf sich allein gestellt sind und die ihnen zustehenden Rechte umfassend wahrnehmen können, empfehle ich in Straf- und Zivilverfahren die Hilfe eines Rechtsanwaltes in Anspruch zu nehmen. Als Nebenkläger besteht im anstehenden Strafprozess die Möglichkeit, eigene Beweisanträge zu stellen, Rechtsmittel einzulegen etc. Dabei muss bedacht werden, dass sich die Täter von Straftaten in der Regel von Rechtsanwälten verteidigen lassen und Opfer von Straftaten deren psychisch belastenden Fragen und Konfrontationen ausgesetzt werden. Zur Wahrung der rechtlichen Interessen der Opfer steht ihnen das Recht zu, sich selber rechtsanwaltlichen Beistandes zu bedienen.

Daneben stellt sich Opfern von Straftaten auch häufig die Frage, ob ihnen Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche zustehen. Soweit solche vorliegen, können sie auch im Strafprozess im sog. Adhäsionsverfahren mit geltend gemacht werden. Dies hat vor allem den Vorteil, dass das gedankliche Durchleben der Straftat zu Gunsten des Opfers nur einmal vor Gericht erfolgen muss, da dann nur vor dem Strafgericht ausgesagt werden muss.

Auch kommt zugunsten von Opfern die Beantragung von Schutzanordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz (GewSchG) in Betracht. Danach kann dem Täter durch das Gericht angeordnet werden, dass er die Wohnung der verletzten Person nicht mehr betreten darf, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung des Opfers nicht aufhalten darf, es unterlässt, andere Orte aufzusuchen, an denen sich das Opfer regelmäßig aufhält, es unterlässt, Verbindung zum Opfer aufzunehmen und es unterlässt, ein Zusammentreffen mit dem Opfer herbeizuführen.

Die entstehenden Kosten der Nebenklage und bei der Geltendmachung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen hat bei einer Verurteilung der Täter zu tragen. Ansonsten bestehen auch Finanzierungsmodelle über Rechtsschutzversicherungen, Prozesskostenhilfe und bei schweren Verbrechen kommt auch durch Beiordnung die Kostentragung durch die Staatskasse in Betracht.

Darüber hinaus besteht neben der Nebenklage für Zeugen auch die Möglichkeit, sich eines anwaltlichen Zeugenbeistands zu bedienen.

Bleiben Sie als Opfer einer Straftat nicht weiter allein. Gerne helfe ich Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer rechtlichen Interessen.


Rechtstipp vom 13.02.2018

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