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P & R-Anleger: Beraterhaftung auf Schadensersatz

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P & R-Geschädigte richten ihr Augenmerk aktuell auf das Insolvenzverfahren und die Gläubigerversammlungen. Sie sollten jedoch auch mögliche Schadensersatzansprüche gegen die Berater prüfen lassen. Denn Fakt ist: Die zu erwartende Insolvenzquote deckt regelmäßig nur einen Bruchteil des Schadens der Anleger ab.

Kompletten Schaden ersetzt verlangen

Die Beraterhaftung ermöglicht P & R-Anlegern hingegen ihren vollständigen Schaden geltend zu machen und so Verluste zu vermeiden.

In unseren Fällen ist regelmäßig keine ordnungsgemäße Beratung der P & R-Anleger erfolgt. Für eine Haftung des Beraters auf Schadensersatz reicht nur eine einzige Verletzung seiner Aufklärungspflicht aus.

Der Berater ist im Wege des Schadensersatzes verpflichtet, das gesamte P & R-Investment rückabzuwickeln. Das heißt, der Anleger erhält sein investiertes Kapital abzüglich der erhaltenen Mieten vollständig zurück. Zudem muss der Berater die Anleger von eventuellen Rückforderungen von Mieten durch den Insolvenzverwalter freistellen. Damit erhält der Anleger im Wege des Schadensersatzes – anders als im Insolvenzverfahren – seinen kompletten Schaden ersetzt.

Aufklärungspflichten eines Beraters

Anlageberater sind verpflichtet, ihre Kunden im Rahmen einer Beratung anleger- und objektgerecht zu beraten.

Der Anleger muss folglich unaufgefordert über alle, für seine Anlageentscheidung wesentlichen Umstände richtig und vollständig aufgeklärt werden. Anlegergerecht ist eine Beratung, wenn diese zum einzelnen Anleger, insbesondere zum individuellem Anlegerprofil, Anlagehorizont sowie den Vermögensverhältnissen passt.

Wünscht der Anleger also eine sichere Anlage, so darf ihm kein hochspekulatives Investment empfohlen werden.

Zudem hat der Berater eine Plausibilitätsprüfung der empfohlenen Kapitalanlage vorzunehmen. Die vorhandenen Informationen müssen ergeben, dass die Anlage wirtschaftlich funktionieren kann (wirtschaftliche Tragfähigkeit). 

Auch über negative Presseberichterstattung zu der Anlage in einschlägigen Wirtschaftszeitungen muss der Anlageberater nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs seine Kunden aufklären.

Ob eine ordnungsgemäße Beratung erfolgte, muss im Einzelfall geprüft werden.

Typische Beratungsfehler

Nach unseren Erkenntnissen sind den P&R-Beratern in der Regel eine oder mehrere der folgende Beratungsfehler unterlaufen:

  • Unterlassene Plausibilitätsprüfung: Kauf-, Rückkaufs- und Mietpreise lagen weit über Marktniveau, so dass die P&R-Anlagen schon nicht plausibel waren;
  • Verschweigen einschlägiger Presseberichte, die auf mangelnde Plausibilität hinwiesen;
  • Unterlassene Aufklärung über Branchenrisiko aufgrund der Schifffahrtskrise seit 2008 und die Insolvenz vom Containerkonkurrenten Magellan (2016);
  • Keine Erwähnung des fraglichen Eigentumserwerbes an den Containern;
  • Unterlassene Aufklärung über die eingeschränkten Bestätigungsvermerke der Wirtschaftsprüfer;
  • Keine Aufklärung über die Höhe der Vermittlungsprovision ab den ersten Euro (bei freien Beratern nur, wenn über 15 % der Anlagesumme)

Hinzu kommen nach unseren Erkenntnissen weitere Beratungsfehler, denen im Einzelfall nachgegangen werden muss.

Prüfen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche 

Nutzen Sie unsere Expertise als Fachanwälte – lassen Sie Ihr P&R-Beratungsgespräch auf Beratungsfehler prüfen. Wir sagen Ihnen, ob und gegen wen Ihnen Schadensersatzansprüche zustehen und empfehlen Ihnen ein an Ihrem individuellen Fall orientiertes Vorgehen.

Unsere Kanzlei ist auf die Analyse und Durchsetzung derartiger Ansprüche geschädigter Anleger spezialisiert. Wir verfügen über sehr hohes Know-how und langjährige forensische Erfahrung.

Falls Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, stellen wir gerne kostenfrei eine Deckungsanfrage.

Zur individuellen, unverbindlichen und persönlichen Erstberatung benötigen wir einige Unterlagen und Informationen:

• Ihr/e P&R-Kauf- und Mietvertra(ä)g/e 
• Unterlagen/Auflistung der erhaltenen Mietzahlungen
• Gedächtnisprotokoll zum Beratungsgespräch
• ggf. Kopie der Privat-Rechtsschutzversicherungspolice

Gerne können Sie auch unseren Fragebogen anfordern, der Ihnen die Schilderung der wesentlichen Punkte des Beratungsgesprächs erleichtert.


Rechtstipp vom 17.10.2018
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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