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Panthera Global Trading A/Malte Hartwieg: Zeitschrift "Der Aktionär" verwickelt?

Rechtstipp vom 30.05.2014
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Rechtstipp vom 30.05.2014
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28.05.2014: Das Handelsblatt berichtet über eine auffällige Verbindung von drei in der Zeitschrift „Der Aktionär“ erschienenen Artikeln zu einem unter der Ägide von Malte Hartwieg aufgelegten FTT-Fonds, dem Panthera Global Trading A. Die Serie von Artikeln beschäftigte sich mit sogenannten Managed Futures, einer Art Finanzderivat, und insbesondere dieser Fonds wurde hier geradezu hymnisch beworben und angepriesen. Die involvierten Anleger müssen allerdings seit Beginn des Jahres irritiert feststellen, dass die monatlichen Übersichten über ihre Investments ausbleiben. Bereits seit Februar erschien keine weitere Finanz-Statusmeldung über „das beste Produkt im Markt“ in „der Königsklasse“, wie „Der Aktionär“ den Fonds betitelte. Diese Übersichten sind das einzige, was die Anleger während der dreijährigen Laufzeit erhalten, erst ganz am Schluss wurde hier den Investoren eine üppig verzinste Rückzahlung angekündigt.

Für den aufmerksamen Beobachter fügt sich dieses Bild nunmehr in eine Reihe von Auffälligkeiten vieler durch Malte Hartwieg verantworteter Fonds ein. Insbesondere Öl- und Gasfonds der Anlagegesellschaft New Capital Invest (NCI) schütten seit über einem Jahr nicht mehr aus, es gibt nach wie vor keine belastbaren Informationen für die betroffenen Investoren. Hartwieg selber ist seit geraumer Zeit abgetaucht und für seine Anleger nicht mehr erreichbar, sein Anwalt stellt dies hingegen als Selbstverständlichkeit dar und spricht von Geschäftsreisetätigkeit. Die zuständige Münchner Staatsanwaltschaft prüft den Anfangsverdacht auf Anlagebetrug.

Das Handelsblatt weist nun auf die Auffälligkeit hin, dass die drei in Rede stehenden Artikel nicht nur Lobeshymnen auf den Panthera-Fonds darstellen, sondern es überdies auffällige Ähnlichkeiten in der textlichen Darstellung beziehungsweise nahezu wörtliche Übereinstimmungen mit der dortigen Prospektierung gibt. Interessanterweise wurde bei der Artikelserie kein Autor genannt, der Stil insgesamt lege allerdings den Schluss nahe, dass es sich hier um Farshid Tremel gehandelt haben könnte, der bereits 2010 und 2011 in ähnlicher Weise über die o.a. und ebenfalls durch Hartwieg aufgelegten Öl- und Gasfonds der Anlagegesellschaft New Capital Invest (NCI) geschrieben hatte. Tremel sei laut eigenen Angaben beim „Aktionär“ bis zum Ressortleiter Investmentfonds aufgestiegen und habe bis mindestens 2011 für das Blatt geschrieben.

„Der Aktionär“ behauptet auf Nachfrage des Handelsblattes, keinerlei etwaige Gegenleistungen aus dem Unternehmensgeflecht um Hartwiegs Vertriebsplattform Dima24 erhalten zu haben, insbesondere werde stets darauf geachtet, dass „Werbeslogans dritter ... nicht als eigene Formulierungen der Redaktion übernommen“ würden, so Chefredakteur Markus Horntrich. Die in Rede stehenden auffälligen Übereinstimmungen zwischen Prospektierung und Artikeln des „Aktionär“ wird zurückgewiesen, die Frage des Handelsblattes nach dem Autor bleibt unbeantwortet, Tremel selber gibt keinerlei Stellungnahme ab, nur die Artikelserie selber ist bis zur Stunde als Werbematerial auf der Webseite des Panthera-Fonds abrufbar.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath sieht in der gesamten Gemengelage um die Vertriebsgesellschaft Dima24 durch die sich immer weiter kumulierenden Informationen und Auffälligkeiten mindestens den Prüfungsbereich dahingehend eröffnet, ob hier nicht etwaig strafrechtlich relevante Tatbestände oder auch Anlagebetrug vorliegen könnten. Auch die Fragestellung von möglicherweise vorliegenden Haftungsansprüchen im Hinblick auf die Zeitschrift „Der Aktionär“ steht nunmehr im Raum. Wir empfehlen jedenfalls ein weiteres Mal dringlich allen involvierten Anlegern, umgehend mit entsprechend erfahrener rechtlicher Vertretung alle anwaltlich möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Ansprüche zu prüfen und gegebenenfalls zu unternehmen. Gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Sachstandsklärung ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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