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Papst-Rücktritt - die rechtlichen Hintergründe und wie es im Vatikan weitergeht

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Papst-Rücktritt - die rechtlichen Hintergründe und wie es im Vatikan weitergeht
Der Pertersdom ist das Zentrum des Vatikans.
Die Meldung des Tages lautet, Papst Benedikt XVI. wird zum 28.02.2013 zurücktreten. Das hat er nach übereinstimmenden Medienberichten bei einer öffentlichen Veranstaltung in Rom bekanntgegeben. Er hält danach seine Kräfte für nicht mehr ausreichend, um den anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. Papst Benedikt, der mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger heißt, ist seit 2005 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und inzwischen stolze 85 Jahre alt.

Kirchenrecht ermöglicht Rücktritt

Aus juristischer Sicht ist ein Papstrücktritt problemlos möglich. Der Verzicht eines Papstes auf sein Amt ist kirchenrechtlich sogar ausdrücklich vorgesehen, und zwar in Canon 332 § 2 (nicht wie oft angegeben Absatz 2) des Codex des Kanonisches Rechtes.

Danach kann ein Papst jederzeit auf sein Amt verzichten, soweit dies nur freiwillig geschieht und hinreichend bekannt gemacht wird. Der Verzicht muss von keiner Seite angenommen werden, sodass niemand einen Rücktritt des Papstes verhindern kann. Dennoch kam ein Verzicht bzw. Rücktritt in der Vergangenheit nur selten vor. Die meisten Päpste blieben bis zu ihrem Tod im Amt.

Öfter stellte sich in der Geschichte die Frage, ob ein unliebsamer oder handlungsunfähiger Papst abgesetzt werden kann. Der Papst hat nach Canon 331 die höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann. Niemand hat daher das Recht, den Papst zu stürzen, nur er selbst kann auf sein Amt verzichten.

Konklave wird neuen Papst wählen

Mit dem Rücktritt wird Joseph Ratzinger im März nicht mehr Papst und Stellvertreter Christi auf Erden sein. Eine kurzfristige Vakanz des Papstamtes ist in Canon 335 ausdrücklich vorgesehen. Im Falle des plötzlichen Todes eines Papstes ist die gar nicht zu vermeiden.

Auch im Falle eines Rücktrittes soll der Papst nach dem üblichen Verfahren gewählt werden. Zuständig ist das sogenannte Konklave, wie schon nach dem Tod früherer Päpste und zuletzt Johannes Paul II. Konklave bezeichnet die Versammlung der Kardinäle aus der römisch-katholischen Kirche. Von ihm wird frühestens 15 und spätestens 20 Tage nach dem Tod des alten Papstes der Nachfolger gewählt.

Nach den Wahlgängen werden die Stimmzettel in der Sixtinischen Kapelle jeweils verbrannt. Dabei entsteht regelmäßig schwarzer Rauch. Steigt dann schließlich weißer Rauch auf, ist dies für die wartenden Christen das Zeichen, dass ein neuer Papst gewählt ist.

(ADS)

Foto : ©Fotolia.com/fabiomax


Rechtstipp vom 11.02.2013
aus dem Rechtsgebiet Internationales Recht

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