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Patientenverfügung – Ich selbst bestimme über mein Leben!

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Wer ist schon gern krank oder möchte leiden. Wenn Sie zum Arzt gehen, erhalten Sie dort nach der Untersuchung eine Beratung, welche Behandlungsmethoden mit welchem Erfolg möglich sind. Daraufhin entscheiden Sie sich.

Was aber, wenn Sie selbst die Entscheidung nicht mehr treffen können, weil Sie dazu nicht mehr in der Lage sind – z. B. bei Bewusstlosigkeit, schweren Hirnstörungen, Koma usw.?
 
Für diesen Fall fehlender eigener Entscheidungsfähigkeit können Sie schriftlich im Voraus in einer Patientenverfügung Ihren Willen bezüglich der Art und Weise einer ärztlichen Behandlung bekunden und niederlegen. 

1. Inhalt:

Die Patientenverfügung dokumentiert Ihren Willen, wenn Sie selbst nicht über bestimmte ärztliche Maßnahmen, vor allem den Beginn oder die Fortsetzung aber auch den Abbruch einer lebenserhaltenden Behandlung, entscheiden können.

Die Patientenverfügung soll Ihren persönlichen Willen widerspiegeln und daher ganz individuell festlegen, unter welchen Bedingungen Sie den Beginn oder die Fortführung einer ärztlichen Behandlung wünschen.

Folgende Regelungen kann die Patientenverfügung z. B. enthalten: Wiederbelebung, künstliche Beatmung, Dialyse, Bluttransfusionen, künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Bettgitter, Abbruch der Behandlung usw.

2. Zeitpunkt der Geltung

Die Vollmacht soll zu einem Zeitpunkt Wirksamkeit entfalten, in dem Sie nicht mehr erklären können, wie Sie etwas oder was Sie gemeint haben. Die Fälle legen Sie genau fest.

3. Wer entscheidet anhand meiner Patientenverfügung?

Dabei können Sie durch eine von Ihnen ausgesuchte Person sicherstellen, dass Ihr Wille zur Geltung gebracht wird.

Die von Ihnen bevollmächtige Person überwacht die Einhaltung Ihrer verfügten Wünsche und Vorstellungen. Deshalb empfiehlt es sich, eine bestimmte Person einzusetzen, ggf. auch die Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht oder zumindest mit einer Betreuungsverfügung zu kombinieren.

Wenn Sie keine bestimmte Person eingesetzt und auch keine Betreuungsverfügung erstellt haben, wird bei Notwendigkeit das Gericht eine Person einsetzen.

4. Muss ich meine Patientenverfügung besprechen?

Sie sind nicht verpflichtet, eine bestimmte Person einzusetzen oder mit dieser Rücksprache zu halten.

Wenn Sie jedoch eine Vertrauensperson haben, die Sie gern einsetzen möchten, empfehle ich, mit dieser auch zu sprechen.

Sie können dabei Ihre Vorstellungen und Wünsche erklären. 

Die Patientenverfügung soll die Bevollmächtigten in die Lage setzen, die von Ihnen getroffenen Entscheidungen umzusetzen und nach außen kundzutun. 

5. Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung erstellt habe?

Es sei darauf hingewiesen, dass bei einer fehlenden Patientenverfügung bei der Entscheidung über die Durchführung lebenserhaltener Maßnahmen Ihr vermutlicher Wille ggf. durch das Gericht ermittelt werden muss und dabei besteht die Gefahr, dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommt und im schlimmsten Fall eine Entscheidung getroffen wird, die Ihrem Willen überhaupt nicht entspricht.

Fazit:

Nutzen Sie Ihre Chance selbst zu bestimmen, wie Sie weiterleben, ob Sie überhaupt lebenserhaltende Maßnahmen wünschen. 

Anzuraten ist eine umfassende medizinische und juristische Beratung, damit Ihr Wille auch richtig zum Ausdruck kommt.

Gleichzeitig ist anzuraten, eine Vollmacht für bestimmte Rechtshandlungen zu erteilen, da Sie nicht mehr in der Lage sind, Vollmachten zu erteilen ggf. zu unterzeichnen oder Anweisungen zu geben. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, zu glauben, der Ehegatte könne automatisch alle Dinge regeln. Dies ist so gesetzlich nicht vorgesehen.

Wir unterstützen und beraten Sie gern bei der Erstellung Ihrer ganz persönlichen Patientenverfügung/Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht. 

Kontaktieren Sie uns hierzu am besten telefonisch oder per E-Mail und vereinbaren Sie einen Termin zur Beratung. 

Rechtsanwältin Juliane Böhm


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Betreuungsrecht, Medizinrecht, Pflegerecht

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