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Pech gehabt: Kein Deutscher mehr als armenischer Sportschütze

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Wird ein Deutscher Armenier, um als Sportschütze für Armenien an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen, verliert er die deutsche Staatsangehörigkeit. Dies hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel in einem am Donnerstag, 4. August 2016, bekanntgegebenen Beschluss mit Verweis auf das Staatsangehörigkeitsgesetz entschieden (Az.: 5 A 647/16.Z).

Der Kläger ist ein 1980 in Deutschland geborener Deutscher, der seit 2013 für den armenischen Sportschützenverband als Sportschütze auf internationalen Wettbewerben auftritt.

Als der Lahn-Dill-Kreis darauf aufmerksam wurde, stellte dieser fest, dass der Sportschütze auch die armenische Staatsangehörigkeit besitzt. Daraufhin wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Der Sportschütze wollte jedoch weiter Deutscher bleiben. Er habe die armenische Staatsbürgerschaft nie selbst beantragt, sondern habe sie als Geschenk des armenischen Staatspräsidenten „ohne eigenes Zutun“ verliehen bekommen.

Dies überzeugte den VGH in seinem Beschluss vom 26. Juli 2016 nicht. Nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz verliert eine Person seine Staatsangehörigkeit, wenn er eine ausländische – hier armenische – erworben hat. Der Kläger habe diese erworben. Denn er habe seinen armenischen Reisepass sowie eine Loyalitätserklärung selbst unterzeichnet. Er habe damit die Möglichkeiten nutzen wollen, um auf internationalen Wettbewerben als Sportschütze für Armenien auftreten zu können. Nach deutschem Recht könne er nun kein Deutscher mehr sein.

Rechtsanwalt Thorsten Blaufelder

Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator, Wirtschaftsmediator

Kanzlei Blaufelder in Dornhan/Landkreis Rottweil


Rechtstipp vom 06.08.2016
aus dem Rechtsgebiet Verwaltungsrecht

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