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Penell-Anleihe: arglistige Verschleierung?

Rechtstipp vom 12.02.2015
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12.02.2015: In einem weiteren Bericht beschäftigt sich das Handelsblatt mit den geradezu grotesken Vorgängen rund um die Anleiheemission des Elektrogroßhändlers Penell. Das Familienunternehmen, das das Zinspapier im Gesamtumfang von 5 Millionen € erst im Mai vergangenen Jahres begeben hatte, schockierte seine Gläubiger bereits im Herbst mit dubios widersprüchlichen Schreckensmeldungen im Hinblick auf die Werthaltigkeit des als angebliche Sicherheit für die Anleihe dienenden Kupferlagers und beantragte in der vergangenen Woche Insolvenz.

Das Handelsblatt zitiert nun aus einem Berichtsentwurf der Berliner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MSW, die von Geschäftsführer und Inhaber Kurt Penell beauftragt wurde und dem Wirtschaftsblatt vorliege. Die zitierten Passagen müssen den gutgläubigen Anleiheinhabern die Haare zu Berge stehen lassen: die Rede ist hier von gefälschten Lagerbeständen, im Auftrag der Firmengründerin und ehemaligen Chefin Waltraud Penell fingierten Rechnungen, nach oben korrigierten Zahlen, erfundenem Vorratsvermögen, nachträglich ergänzten Inventurlisten und kaschierten Verlusten.

Zusammenfassend habe das Unternehmen bereits seit dem Jahre 2012 rote Zahlen geschrieben, alleine die berechneten Verluste des vergangenen Jahres zwischen April und Dezember hätten eine Höhe von rund 5 Millionen € erreicht – und stehen damit in auffälliger Kongruenz zum eingesammelten Anleihevolumen. Dies habe jedoch die Geschäftsführung nicht davon abgehalten, sich selber weiterhin einen ordentlichen Schluck aus der Pulle zu gönnen: die Rede ist von 316.000 € Gehalt für drei Familienmitglieder. Die Wortwahl des zitierten Berichtsentwurfs ist überdeutlich: arglistig, mit „dolosen Handlungen“, habe das Familienunternehmen die bereits bestehende Zahlungsunfähigkeit verschleiert.

Wer ist für diesen Skandal verantwortlich? Diese Frage stellt sich, wie wir bereits berichtet hatten, unter anderem zwischenzeitlich längst die zuständige Darmstädter Staatsanwaltschaft. Nach den vielfachen Berichten über die katastrophalen Zustände im Unternehmen rückt nicht nur das Handelsblatt den Fokus innerhalb der Eigentümerfamilie im Besonderen auf die Unternehmensgründerin und Mutter des amtierenden Geschäftsführers, Waltraut Penell. Darüber hinaus dürften die Rollen weiterer verantwortlicher Mitarbeiter der GmbH, aber auch die der involvierten Treuhänder von MSW sowie der zuständigen Mitarbeiter des emissionsbegleitenden Hauses Dicama zu prüfen sein. Entsprechende Warnhinweise habe es vor Begebung der Anleihe gegeben: Ein externer Wirtschaftsprüfer hatte „nicht zu unterschätzende Risiken bei Management-Ressourcen, kaufmännische Transparenz“ festgestellt, die überdurchschnittlich lange Kapitalbindung moniert und vor der Emission eine kritische Prüfung empfohlen.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat sich über die Jahre hinweg eine außerordentliche Expertise, insbesondere im Hinblick auf die effektive Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Ansprüche, erarbeitet. Wir empfehlen allen geschädigten Anlegern, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht auch unverbindlich telefonisch kontaktieren, Ansprechpartner für eine kurze Bestandsaufnahme im Hause ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann


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