Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

PIM-Gold: Anlagebetrug?

(4)

Chaos

Wie groß das Chaos bei der PIM-Gold seit einer Woche ist, zeigt eine Mail, die der Geschäftsführer des Vertriebs Premium Gold Deutschland GmbH (PGD) an Geschäftsstellenleiter und Direktoren verschickte. Darin heißt es schon fast panikartig: „Wir brauchen vom Vertrieb jeden einzelnen Beleg von euren Kunden, dass wir im Laufe der Jahre das Kundengold ausgeliefert haben, bzw. dass Kundengeld ausgezahlt haben. Ab 2012 ist jeder Beleg hilfreich.“ 

Die Frage ist natürlich, warum er diese Belege benötigt? Niemand wird Gold aushändigen, ohne dass der Empfänger den Empfang quittiert. Hat die PIM diese Unterlagen nicht (mehr)? Eine Anfrage der Plattform investmentcheck.de blieb bislang unbeantwortet. 

Am 27. Mai 2017 wurde in der Stadthalle Offenbach vor Vertriebsmitarbeitern noch die Mär von einem hohen Goldbestand bei PIM-Gold verbreitet. (Quelle: Teilnehmer, der unbekannt bleiben will).

Staatsanwaltschaft

In der oben genannten Mail wird außerdem berichtet, dass alle Vermögenswerte beschlagnahmt und die Konten eingefroren wurden. Die PGD dürfe nicht mehr „aktiv arbeiten“ und sagte Webinare, einen Tag der offenen Tür und auch einen Kongress ab. Kunden dürften weiterhin kein Geld mehr auf die Konten der PIM oder der PGD überweisen. 

Auch dazu war von PIM beziehungsweise PGD keine Stellungnahme zu erhalten. Wie es nun weitergeht, ist ebenfalls unklar. Angeblich gibt es eine Generalvollmacht für zwei Mitarbeiter(innen), die die Geschäfte derzeit für den vorläufig festgenommenen PIM-Geschäftsführer Mesut P. weiterführen. 

DWL

In einem anderen Fall, der DWL Deutsche Wertlager GmbH, kam es im Juni 2019 aufgrund von Fehlbeständen bei dem an Kunden verkauften Gold zur Insolvenz (Goldige Pleite). Das Unwort „Schneeballsystem“ mit allen rechtlichen Konsequenzen macht dort nun die Runde und soll angeblich zur Folge haben, dass der Insolvenzverwalter alle Rückzahlungen der letzten vier Jahre vor Insolvenzantragsstellung anfechten möchte. 

Basis ist § 134 der Insolvenzordnung, der bei einem Schneeballsystem von Kunden vor der Pleite erhaltene Zahlungen als unentgeltliche Leistung einstuft. 

Angeblich sollen auch beim Vertrieb die erhaltenen Provisionen zurückgefordert werden. Für Anleger wird eine entscheidende Frage sein, ob sie tatsächlich auch Eigentum an Goldbeständen erworben haben. Daran bestehen jedoch Zweifel. Sollten sich diese bewahrheiten, hätte das für die Anleger erhebliche negative Folgen. Im schlimmsten Fall droht den Anlegern sogar eine Rückforderung von bereits zurückgezahlten Geldern. 

Aktuelle Entwicklung. Es fehlen 1,9 Tonnen Gold!

Nach einem Bericht des Handelsblattes vom 12.09.2019 scheint sich der Verdacht „des fehlenden Goldes“ zu erhärten, denn die Staatsanwaltschaft ermittelte und verglich drei Mengenangaben zu dem vermeintlich vorhandenen Gold. Danach soll eine Vertragsdatenbank von PIM eine Lieferverpflichtungen von 3,38 Tonnen Feingold auflisten, von denen angeblich 2,11 Tonnen separat gelagert werden mussten. 

Bei einer ersten Durchsuchung Mitte Juli, die nicht öffentlich bekannt wurde, hatte die Behörde jedoch nur 215 Kilogramm Fein- und 13 Kilogramm Altgold gefunden. Die Differenz: mindestens 1,886 Tonnen.

Für eine kostenfreie Prüfung Ihrer Ansprüche insbesondere aufgrund eines womöglich anstehenden Insolvenzverfahrens der Gesellschaft stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns ganz einfach jederzeit!


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von RK Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.