Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Porsche Benziner im Visier neuer Ermittlungen im Abgasskandal

  • 2 Minuten Lesezeit
  • (9)
Porsche Benziner im Visier neuer Ermittlungen im Abgasskandal
Jetzt unter KAP-Recht.de den Porsche-Check machen.

Porsche-Abgasskandal - nun auch Manipulationen beim Kraftstoffverbrauch bei Benzinern? Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Ermittlungsverfahren gegen Porsche eingeleitet. Manipulierter CO2-Ausstoß und Kraftstoffverbrauch führten möglicherweise zu erschlichenen Zulassungen verschiedener Porschemodelle.

Die neuen Vorwürfe gegen die noble VW-Tochter hören sich abenteuerlich an: Porsche soll die Getriebe von Testfahrzeugen so manipuliert haben, dass sie auf dem Prüfstand deutlich weniger Kohlendioxid ausstießen und deutlich weniger Kraftstoff verbrauchten als im realen Straßenbetrieb. Die Manipulationen erfolgten bei behördlichen Kontrollen, bei denen sichergestellt werden soll, dass in Betrieb gehende Fahrzeuge die EU-Grenzwerte für Schadstoffe einhalten. Die gezielte Anwendung anderer Zahnradgrößen innerhalb des Getriebes sorgten für eine längere Kraftübertragung, die das Fahrzeug entsprechend weniger dynamisch, aber eben auch sparsamer macht als im Straßenbetrieb.

Sollten sich diese Vorwürfe im weiteren Verlauf der Ermittlungen bestätigen, hieße dies, dass die Porsche AG über keine wirksame Typ-Genehmigung verfügte und Käufer über den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge getäuscht wurden, so die Staatsanwaltschaft Stuttgart. Gegen vier Porsche-Mitarbeiter wird darüber hinaus wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

Benzinmotoren älterer Modelle im Visier der Ermittler

Die Staatsanwaltsbehörde bezieht sich auf mögliche Manipulationen bei Benzinmotoren älterer Modelle. Porsche-Mitarbeiter hätten berichtet, dass bei den Prüffahrzeugen andere Zahnräder in den Getrieben verwendet wurden als bei der Serienproduktion, womit bei der Typ-Zulassung der Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß künstlich gedrosselt wurden.  

Die Porsche AG erklärte, es könne in Einzelfällen zu Abweichungen von früheren Serienproduktionen gekommen sein. Jedoch gebe es keine Belege, dass Fahrzeuge der laufenden Produktion betroffen seien. 

Der Sportwagenbauer hatte im Herbst 2018 von sich aus eine Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angestoßen. Nach Angaben des KBA geht es um Motoren, die vor 2017 produziert wurden. Ende August hatte es daher eine Typ-Genehmigung für die aktuellere Produktion, die vorübergehend ausgesetzt war, wieder für gültig erklärt.

Ein Rückblick: Die Vorgeschichte der Abgasmanipulationen bei Porsche ist bekannt. Sie begann 2017, als bekannt wurde, dass die Konzernschwester Audi den Motor für alle Porsche-TDI liefert. Wenn Audi ein Problem mit manipulativen Abschalteinrichtungen hat, dann hat Porsche folgerichtig das gleiche Problem, denn die Audi-Motoren schickten die manipulativen Abschalteinrichtungen praktisch gleich mit.

Und so gerieten alle Porsche-Diesel der Schadstoffklasse 6, die seit circa 2015 mit dem V6 oder V8 von Audi ausgerüstet wurden, in Misskredit. Dies betraf und betrifft alle 6- und 8-Zylinder-Modelle "TDI" mit 3,0 und 4,2 Litern Hubraum - namentlich die Modelle Cayenne, Macan und Panamera. Die Ermittlungen laufen in diesen Fällen wegen Betrugs und strafbarer Werbung.

Wir empfehlen allen Porsche-Fahrern eine konsequente Verfolgung Ihrer Rechte - und unsere Anwälte helfen Ihnen dabei. Wir prüfen Ihre Ansprüche gerne kostenfrei im Rahmen unseres Porsche-Checks (https://www.kap-fachanwalt-rechtsanwaelte.de/faelle/diesel-skandal/porsche-klage/)

KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH - über uns

Als bundesweit erste Kanzlei konnten wir als wichtige gerichtliche Schritte zum Erfolg für unsere Mandanten zum Beispiel gegen BMW und Daimler erzielen. Vor kurzem konnten wir zudem eine Vorlage zum EuGH erwirken (siehe dazu: https://www.anwalt.de/rechtstipps/dieselskandal-eugh-vorlage-sind-temperaturgesteuerte-abschalteinrichtungen-zulaessig-oder-nicht_180161.html) Die europäischen Richter müssen auf Grund der Vorlage entscheiden, ob temperaturgesteuerte  Abschalteinrichtungen grundsätzlich zulässig sind oder nicht. Diese und andere anstehenden Grundsatzentscheidungen des EuGH werden für deutlich mehr Rechtssicherheit in den Abgasmanipulationsverfahren sorgen.

Foto : KAP Rechtsanwälte/KAP Rechtsanwälte



Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Ihre Spezialisten

Rechtstipps-Newsletter abonnieren

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Newsletter jederzeit wieder abbestellbar.