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P&R Container: Gläubigerversammlung der P&R – wenig neue Erkenntnisse für die Anleger

Rechtstipp vom 18.10.2018
Rechtstipp vom 18.10.2018

München, den 17.10.2018, 13 Uhr – In der Olympiahalle in München findet zur Zeit der Berichtstermin zur Insolvenz der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH statt. Vor rund 5.000 anwesenden Anlegern führte der Insolvenzverwalter Jaffé zu den Gründen und Aussichten der Insolvenz aus. Für die meisten Anleger werden die Zusammenhänge und die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens nun langsam immer deutlicher.

„Neben dem Insolvenzverfahren werden die Anleger sich auch an weitere Gegner richten müssen.“, meint Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thorsten Krause.

Wenig überraschend waren die Ausführungen des Insolvenzverwalters, dass eine volle Befriedigung aller „normalrangigen“ Gläubiger, also der rund 54.000 Anleger der P&R, im Insolvenzverfahren nicht zu erwarten ist. Dies liege unter anderem in der Situation der P&R, die bereits seit 2007 massive Unterdeckungen aufgewiesen habe, die sich nur durch neue Anlegergelder kaschieren ließ, so der Insolvenzverwalter. Besonders gravierend habe sich die Situation dann im Zuge der Wirtschaftskrise 2008/2009 verschlechtert. Seitdem geht der Insolvenzverwalter von einem Schneeballsystem aus, in dem die eingenommenen Gelder zum Großteil dazu verwendet wurden, an Alt-Anleger (angebliche) Mieten und Rückkäufe zu zahlen.

Betroffen sind nach Angaben des Insolvenzverwalters rund 54.000 Anleger, die 87.000 Verträge mit der Gesellschaft geschlossen haben. Von den mit diesen Verträgen verkauften rund 1,6 Millionen Containern existierten rund 1 Million Container nur auf dem Papier und wurden nie real erworben, so die Erkenntnisse des Insolvenzverwalters.

Der Insolvenzverwalter plant, die Schweizer Gesellschaft (P&R Equipment and Finance) entsprechend fortzuführen und über die weitere Vermietung und den Verkauf der verbleibenden Container bis 2021 einen Erlös von rund Euro 560 Mio. zu generieren. Bestenfalls könne so eine erste Zwischenausschüttung an die Anleger im Jahr 2020 erfolgen.

Zum Thema der möglichen Rückforderungen der Mietzahlungen im Rahmen von sog. Insolvenzanfechtungen des Insolvenzverwalters gegen Anleger wollte sich der Insolvenzverwalter noch nicht positionieren, lehnte aber auch nicht ab, diese Rückforderungen ggf. von den Anlegern geltend zu machen.

Neben dem Verfolgen der Ansprüche im Insolvenzverfahren haben die Anleger auch die Möglichkeit, sich an weitere Verantwortliche zu wenden. So wies auch der Insolvenzverwalter darauf hin, dass ein Vorgehen gegen die Vermittler der Beteiligungen denkbar sei. Vermittelt hatten hier unter anderem namhafte Banken, an die sich die Anleger individuell wenden müssen. Die Ansatzpunkte sind hier gut, vor allem erkennt auch der Insolvenzverwalter, dass die meisten Anlagen zur Altersvorsorge abgeschlossen wurden, in der die Anleger etwa unter dem Stichpunkt „schwimmendes Festgeld“ in ein vermeintlich sicheres Produkt investierten wollte. Wegen der laufenden Verjährung kann das Insolvenzverfahren nicht abgewartet werden.

Die Kanzlei KAP Rechtsanwälte verfolgt für Mandanten neben der Insolvenz auch die Ansprüche gegen weitere in Betracht kommende Gegner, um unseren Mandanten zu einem hoffentlich raschen Rückfluss von Geldern zu verhelfen. Klage ist bereits eingereicht.


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